Bergsteiger

Ich selbst bin leider keine Fee. Ich bin eher der weibliche Typ.
Und Sport fällt derzeit leider meist auch flach.
Dennoch kann ich gehen und das sogar zügig und bergauf. Jaha!
Diese Fähigkeit lassen meine vorpubertären Schülerinnen und Schüler leider vermissen,
man muss sie sehr nachdrücklich einfordern.
Während wir also einen kleinen Hügel in der Stadt bezwingen, höre ich hinter mir die Rufe der Gegeißelten:
„Frau Streng, ich kann nicht mehr!“
„Frau Streheng, meine Füße tun weh!“
„Frau Streng, du bist zu schnell!“
„Frau Streng, ich kann echt nicht mehr! Ehecht nihicht mehr!“
Oben angekommen ist die Klasse ungewöhnlich still. Mit letzter Kraft wird getrunken und geatmet, zum Reden und Springen ist keine Kraft mehr übrig.
Der Ausblick ist herrlich, es dauert jedoch bis die Kinder ihn genießen können, da sie zuerst ein wenig sterben müssen.
Ein paar Stunden später sind wir wieder (man ahnt es: zu Fuß) in der Schule angekommen.
Und nein, wir sind nicht stundenlang gelaufen, sondern knapp 30 Minuten hin und 30 Minuten zurück. Dazwischen wurde gespielt und wie zufällig Stadtgeschichte gelernt.
Wir müssen uns zuerst ausruhen (die Füße fallen fast ab!) und gaaaanz viel trinken.
Danach schreibt die Klasse zum Ausflug.
Stundenlang seien wir gelaufen, schon sehr früh morgens ging es los, den steilsten Berg ihres Lebens hätten sie erklimmen müssen,
noch nie hätte man sie gezwungen so weit zu laufen und das auch noch so schnell.
Der Ausflug war super, toll, das Wetter prima…wenn da nur nicht dieser grausame Hin- und Rückweg gewesen wäre.
Alles in allem also ein Nahtoderlebnis der besonderen Art.