Junkie

Hatte ich mal erwähnt, dass ich Serienjunkie bin? Das lebe ich aber in den Ferien nur so richtig aus. Dazwischen inhaliere ich Bücher.
In den letzten Wochen zum Beispiel dieses (aber auf 3 Tage verteilt), dieses hier (eine knappe Woche Lesezeit), dann DIESES (an einem Nachmittag/Abend…da wurde weder gearbeitet, noch gekocht…darauf habe ich zu lange gewartet) und zuletzt jenes an einem regnerischen Wochenende. Ihr seht ja, es muss spannend und darf auch mal blutig sein.
Aber keines dieser Bücher stahl sich bisher in meine Träume.
Wohl aber die 6.Staffel einer meiner absoluten Lieblingsserie.Die ferienhabende Grundschullehrerin flüchtete also letzte Nacht im Traum vor den Zombies, zermatschte einige Hirne und rettete (wie soll es auch anders sein) natürlich ein paar Kinder auf der Flucht *seufz* Der Job steckt einfach ganz tief in mir drin 😉
War jedenfalls keine so ganz erholsame Nacht.
Heute werde ich zur Vorbereitung auf die finale Staffel meiner anderen Lieblingsserie deren vorletzte Staffel noch einmal ansehen und damit ein Gegenfeuer legen.
Mal sehen, was heute Nacht dann los ist. Ich tippe auf Zombies in Reifröcken und hoffe, dass sich nicht noch die Sektenmitglieder aus meinem Neufund dazu mogeln, denn Kinder retten während ich von in Spitze gehüllten Zombies verfolgt werde und dabei die Sektenmitglieder befreien muss…das könnte eine anstregende Nacht werden.

In den Ferien…

…habe ich ganz wenig gearbeitet und mich ganz viel erholt. Das habe ich einfach so mal gemacht und das tat richtig gut.
Nebenbei habe ich mal wieder auf den Internetseiten und Facebookseiten meiner Lieblings-Schulbuchverlage gesurft, das eine oder andere Gewinnspiel entdeckt, mitgemacht und was gewonnen. Und schon ist die pädagogische Bibliothek wieder um ein tolles Werk reicher. Nein, ich mache jetzt keine Werbung für eine bestimmte Lehrerhandreichung. Ich freu mich nur und stelle fest:
Glück kommt!
Braves Universum 🙂

Geht’s dir nicht gut?

„Frau Streng, du bist so blass. Geht es dir nicht gut?“
Nein, leider nicht. Dabei hätte alles so wunderbar sein können. Meine Klasse hat mich vermisst und ich sie. Die Wiedersehensfreude nach den Ferien war groß, schnell fanden wir wieder zu unseren Ritualen zurück und fast alle Kinder haben sich ganz fix wieder an den Schulalltag gewöhnt.
Aber ich bin nicht gesund. Immer mal wieder ein neuer medizinischer / homöopathischer Ansatz, kurze Besserung, dann wieder ein Rückfall. Ich kann in die Arbeit, ich schleppe mich. Die Praktikanten merken es nicht, aber die Kinder kennen mich zu gut, die sehen es, spüren was.
Ich schaffe den Unterricht, die Vorbereitungen, die Aufsichten, die Elternbeschwerden (warum kommt eigentlich nie mal jemand, wenn er zufrieden ist? Es kommen immer nur die, denen die Arbeitshefte zu teuer oder die anderen Kinder zu unerzogen sind). Dann wanke ich nach Hause…lege mich hin…bin gandenlos erschöpft…weil der Körper am Limit ist. Weil das gerade das Maximum ist, das schaffbar ist.Es kann nur besser werden.
Es muss.
Universum! Liest du mit? Mir reicht’s!

Sobald die Sonne hervorspitzt…

…geht die Haus- und damit auch Gartenbesitzerin…nein…nicht in den Garten *pffff*
Wäre ja noch schöner! Da müsste ich ja arbeiten *bäh*
Nein: sie geht ins Garten-Center und guckt, was es für den Garten alles Schönes geben könnte. Herr Streng beschäftigt sich dort mit Insektenhotels und Heckenalternativen zur hässlichen, jedoch reichlich vorhandenen Thuja
während Frau Streng sich bei Deko und Gartenmöbeln umtut.Wirklich eingekauft haben wir nicht, aber das Gucken und sich das für DEN EIGENEN GARTEN vorstellen…achja, das ist schön. Langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass das jetzt unser Eigenheim und unser Eigengarten ist. An den Gedanken, dass ich da auch die Gartenarbeit machen müsste…also an den kann ich mich noch nicht gewöhnen…das dauert vielleicht noch ein paar Jährchen.

Erholung will geplant sein!

Ich gestehe es, ich bin so eine von diesen To-do-Listen-Schreiberinnen. Und ja, ich bin auch so eine, die diese dann erweitert, wenn mir noch zusätzliche Aufgaben einfallen.
Aber nein, ich ergänze keine schon erledigte Aufgabe und streiche sie dann sofort wieder durch (aber ich verstehe den Impuls).
Diesmal habe ich alles, was in den Ferien für die Arbeit gemacht werden muss, auf einen Haufen gepackt und oben drauf eine Liste.
Auf der Liste steht:
– Matheprobe korrigieren
– Material für HSU-Experimente raussuchen
– Elterngespräche planen
– Elternabend vorbereiten
– Praktikumsberichte korrigieren
– neues Freiarbeitsmaterial basteln
– Lehrvorführung für das Seminar planen
– Email an Parallelkollegin wg. Planung der Lektüre
– Schülerbeobachtungen einpflegen

Bei mir bewirken solche Listen oftmals, dass ich sie am liebsten SOFORT abarbeiten will, damit ich DANACH die Ferien „genießen“ kann.
Ich habe festgestellt, dass mich das in den ersten Tagen der Ferien massiv stresst und mir vorgenommen: da muss frau auch mal weg von…erst ganz viel arbeiten und dann endlich ein bisschen ausruhen…das ist nicht optimal.

Folgende Maßnahmen habe ich deshalb ergriffen / Regeln aufgestellt:
– ich habe mir an jedem Tag etwas Schönes eingeplant (Brunch, Käffchen, Stadtbummel, Kino) mit anderen, lieben Menschen
– ich habe mir Schönes nur für mich allein eingeplant (Termin bei der Kosmetik, Termin beim Friseur, Ostermarkt, neue Bücher)
– ich darf arbeiten, aber nur ein bestimmte Zeitdauer lang (zum Beispiel morgens bis ich zum Brunch düse oder abends nochmal bis der Krimi um 20.15 Uhr beginnt)
– Freiarbeitsmaterial wird nur in Kombination mit Serie/Film/Hörbuch erstellt
– am Sonntag wird nicht gearbeitet
– an einem Tag dürfen maximal zwei Punkte auf der Liste abgearbeitet werden

 

Und so ist der Zwischenstand nach (nicht ganz) einer Woche Ferien:
– noch drei Punkte zu erledigen, 6 schon geschafft
– ich war brunchen, Kaffee trinken, bummeln, auf dem Ostermarkt, bei der Kosmetik und habe das Haus mal wieder grundgereinigt
– ich habe vier Freundinnen gedatet und war beim Sport
– ich habe Kinokarten reserviert fürs Wochenende mit dem Lieblingsmenschen
– ich habe ein Hörbuch gehört, zwei lustige Filme gesehen und ein Buch verschlungen
– ich habe gaaanz viel mit Minisupercat gekuschelt, die es auch prima findet, dass ich weniger arbeite und mehr kuschele

Obwohl ich jeden Tag gearbeitet habe, waren es immer nur ein paar Stunden und ich fühle mich jetzt schon erholter.
Ob ich das in den Pfingstferien trotz Zeugnissen auch so hinbekomme, werden wir sehen.
Der Wille ist da, ein Anfang ist gemacht 🙂

 

 

Ferienvirus

Der Ferienvirus befällt mich normalerweise schon an dem Wochenende, das die Ferien einleitet.
Viele Kolleginnen und Kollegen kennen das aus eigener Erfahrung. Um einen herum wird seit Wochen
nur noch geschnieft und gehustet. Ganz kleine Schüler niesen einen dann auch mal schön an, aber der eigene Körper weiß genau: jetzt nicht!
Der Krankenstand ist so hoch, dass die mobilen Reserven nicht ausreichen oder diese hat es auch schon dahingerafft.
In jeder Klasse sitzen schon zwischen 4 und 8 aufgeteilte Kinder, die man einfach noch mit unterrichtet, da nun auch die Parallelkollegen der Krankheitswelle erlegen sind.
Aber man selbst hält durch. Dann beginnen endlich die Ferien und schon am Samstag Morgen hat es einen erwischt
Zack! Krank! 😦
Jaha…so war das bisher bei mir auch.
Aber mal ehrlich, das kann ja jeder.
Familie Streng hat das nun erweitert.
Da wurde nicht die Frau Streng krank oder der Herr Streng…nein, nein, nein.
Es hat die Haustiere der Familie erwischt.
Supercat hatte sich in den Faschingsferien erkältet und war nach mehreren Besuchen beim Tierarzt brav zum Ferienende wieder auf dem Damm.
Minisupercat hat sich nun die Osterferien ausgesucht, um krank zu werden und wird den Tierarzt vor Ostern auch noch mindestens einmal besuchen dürfen.
Also, ich bin schon ein wenig stolz. Man hört das ja öfter mal im Kollegenkreis, dass die Partner von Lehrer(inne)n brav ebenfalls Klorollen sammeln oder abends mal mit laminieren, aber dass nun auch schon unsere Haustiere geduldig bis zu den Ferien warten um sich zu erkälten,
das nenne ich mal Einsatz für die gute Sache 🙂

Gänseblümchen…

…im Vorgarten am 23.Dezember…was soll man dazu sagen.
Ich sage dazu: so ist der Vorgarten eben auch ein bisschen weiß gesprenkelt
und die restliche Weihnachtsstimmung machen wir uns doch einfach selbst.
In der Schule haben wir das Weihnachtsgefühl mit Lebkuchenmuffins, Spekulatius und Kinderpunsch
befördert und zuhause wird heute noch ein wenig gearbeitet, geputzt, gebacken und verpackt.

Allen, die hier gerne mitlesen,
allen, die sich versehentlich hierher verirrt haben,
allen, die hier schon so wunderbare Kommentare hinterlassen haben
und allen anderen
wünsche ich geruhsame Feiertage, schöne Weihnachten (wer das feiert),
erholsame Ferien, einen guten Rutsch in ein bestimmt gar herrliches 2016
und viel Zeit für alles, was euch nun wichtig ist.

           *             ,
                       _/^\_
                      <     >
     *                 /.-.\         *
              *        `/&\`                   *
                      ,@.*;@,
                     /_o.I %_\    *
        *           (`'--:o(_@;
                   /`;--.,__ `')             *
                  ;@`o % O,*`'`&\ 
            *    (`'--)_@ ;o %'()\      *
                 /`;--._`''--._O'@;
                /&*,()~o`;-.,_ `""`)
     *          /`,@ ;+& () o*`;-';\
               (`""--.,_0 +% @' &()\
               /-.,_    ``''--....-'`)  *
          *    /@%;o`:;'--,.__   __.'\
              ;*,&(); @ % &^;~`"`o;@();         *
              /(); o^~; & ().o@*&`;&%O\
        jgs   `"="==""==,,,.,="=="==="`
           __.----.(\-''#####---...___...-----._
         '`         \)_`"""""`
                 .--' ')
               o(  )_-\
                 `"""` `

zu schön hier

Letztes Jahr sind wir in das aus strengscher Perspektive neue (aus jedermanns Sicht uralte) Häuslein am Stadtrand gezogen.
Endlich raus aus der viel zu engen ehemaligen Studentenbude und rein in die eigenen vier Wände.
Monatelange Kernsanierung zeigten mir, wie sehr man Unterrichtsvorbereitungen reduzieren kann
und dass man auch ganz viel gar nicht laminieren muss. Jaha!
Sie zeigten mir aber auch, dass ich bestimmte Ansprüche an mein Material und meine Planung nicht herunterschrauben kann.
Nun wohnt die Familie Streng seit einem Jahr hier und nein, es ist noch nicht alles fertig.
Derzeit zum Beispiel werkelt Herr Streng fleißig im zweiten Badezimmer (und da sind sogar schon ein paar Fliesen an der Wand).
Aber das findet Frau Streng gar nicht schlimm, dass das noch nicht fertig ist.
Denn wenn alles eh ständig eingestaubt wird (vom Schleifen, Spachteln usw. usw.), dann kann man
guten Gewissens auf das Staubwischen verzichten, was ich nämlich eh total blöd finde. Voll gut also 😉
Und hey, nach 12 Jahren duschen in einer halben Badewanne mit Duschvorhang, der dauernd am Po klebt,
ist das ZWEITE Bad eh der absolute Luxus *yehaa*
Aaaaber sonst ist das Haus (wenn auch noch unfertig) einfach nur schön.
(Ok, Gartenarbeit ist scheiße! Aber das war vorher auch klar. Ich mache das Nötigste…und manches Unkraut
darf bleiben so lange es ein bisschen hübsch aussieht.
Aber der Rest ist toholl!)
Eigene Garage, eigenes Carport, eigener Vor- und normaler Garten,
eigene Kräuter, Beeren, Äpfel, Kirschen *schmacht*
und sooooo viel Platz!
Aber das BESTE und damit auch irgendwie das Schlimmste ist einfach das Arbeitszimmer!
Es ist riesig! Es ist aufgeräumt (weil es ja riesig ist….egal wo man was einfach hinstellt, das Arbeitszimmer sieht immer
noch aufgeräumt aus) und es ist genau so, wie ich es brauche.
Ich habe zwei große Fenster, durch die nachmittags die Sonne scheint, ich habe gaaaaahaaaaanz viele Regale und einen riesigen Schreibtisch
(so mehrere Meter lang)!
Ich liebe es!
Auch nach einem Jahr noch freue ich mich so sehr über den Platz, den ich noch nie zuvor hatte.
Das Büro ist außerdem am Ende des Hauses…man kommt da nicht aus Versehen vorbei.
Und darin befindet sich nur die Lehrerarbeit. Ich muss da auch nicht rein, um z.B. etwas anderes zu holen und dann sehe ich die Arbeit
und jeder weiß, was dann kommt.
Früher war das so: da stand das Klavier im Arbeitszimmer, da waren die anderen Instrumente, da stand die Wäsche zum Trocknen usw.
Ständig musste ich in das „Arbeits“zimmer z.B. um nur schnell die Wäsche zu holen
und dann sah ich sie….die Lehrerarbeit…die echte Arbeit *seufz*
Wenn Herr Streng dann nach mir fahndete (bei einer 3-Zimmer-Wohnung dauerte das meist nicht soooo lange) und mich
mal wieder am Schreibtisch über einer Stundenplanung brüten sah, kam oft die Frage „wolltest du nicht nur schnell…“
und ich musste zugeben „ja, stimmt, sorry, ich bin hier irgendwie hängen geblieben“.
DAS, so dachte ich bei unserem Einzug, würde mir im strengschen Haus nicht passieren können.
Nichts außer Lehrerarbeit befindet sich in diesem Raum
und man kommt nicht zufällig dran vorbei. Ich werde viel weniger arbeiten! Jaha!
Voll die gute Idee!

Funktioniert nur gar nicht!
Es ist nämlich viel zu schön hier!
Ich sitze so gerne an diesem Schreibtisch mit dem tollen Ausblick in die Bäume
und arbeite, grüble, bastle, korrigiere….
und da wird aus „ich bin mal schnell im Arbeitszimmer“
ganz schnell ein „tschuldigung…da arbeitet es sich einfach zu schön“

 

Achja….ist das nicht Jammern auf extrem hohem Niveau?
Schön ist das hier 🙂

büßen und beten

Frau Streng steigt zufällig zeitgleich mit der Nachbarin gg. 15.30 Uhr aus dem Auto und es entspinnt sich wie immer ein kurzer Austausch am Gartenzaun.
Man unterhält sich über den starken Wind, das nervige Herbstlaub, das Befinden der Kinder
und Enkelkinder, die Baustelle im Örtchen…bevor man sich dem aktuellsten Thema zuwendet:
Nachbarin: „Ja, Frau Streng, da hattest du es heute natürlich auch schön, gell?“
Frau Streng: „?“ (= guckt demonstrativ irritiert)
Nachbarin: „Na, weil doch Buß- und Bettag ist.“
Frau Streng (stellt sich jetzt mal besonders begriffsstutzig, weil’s so schön ist): „Warum ist das für mich denn schön?“
Nachbarin: „Na, weil du doch frei hattest heute.“
Frau Streng lachend: „Ja, das wäre wirklich schön!“
Nachbarin überrascht: „Hast du da nicht frei? Da ist doch keine Schule.“
Frau Streng: „Ja, das stimmt. Die Kinder haben keine Schule und wir gezwungenermaßen unterrichtsfrei. Aber frei
haben wir leider nicht. Ich habe mittwochs normalerweise meinen kurzen Tag, aber heute komme ich direkt
aus der Konferenz plus anschließender schulhausinterner Lehrerfortbildung.“
Die Nachbarin schüttelt den Kopf und murmelt: „Also gut, dann schimpfe ich in Zukunft doch nicht mehr so über die Lehrer.“
So…für heute genug gebüßt 🙂 einen schönen Feierabend all denen, die ihn haben.
Ich erstelle jetzt meine erste Unterrichtssequenz zum Thema „Hund und Wolf“ (LehrplanPlus ^^)
und laminiere noch meine Memorys zur phonologischen Bewusstheit bevor ich dann auch für heute die Segel streiche.