2017

2017….wie sich das schon schreibt…das wird eine ganze Zeit dauern, bis das sitzt. Spricht sich auch irgendwie sperrig, oder? Aber – um ehrlich zu sein – das empfinde ich zu jedem Jahreswechsel so. Da hat man sich gerade an das eine Jahr gewöhnt und zack, schon muss man sich umgewöhnen *pf*
Ich freue mich auf das neue Jahr und hoffe, dass es gesundheitlich noch etwas aufwärts geht, denn leider ist das bei mir doch noch wackeliger als gewünscht.Optimistisch blicke ich auf das nächste gute halbe Jahr mit meiner aktuellen Klasse. Ich ernte gerade die Früchte der harten Arbeit im letzten Schuljahr und genieße es sehr, wie gerne die Kinder in die Schule kommen, wie gerne sie zusammen und mit mir arbeiten, wie interessiert sie sind, welch gute Fragen sie stellen und wie viel Vertrauen sie zu mir haben. Schön ist das!
Sorgenvoll bin ich ob der politischen Veränderungen, die sich im letzten Jahr angebahnt haben und deren Konsequenzen wir sicherlich im gerade neu begonnenen Jahr ausbaden werden müssen. Noch nie zuvor, war es mir so wichtig, auf dem neusten Stand der aktuellen politischen Weltlage zu sein. Wer da bisweilen ähnlich gelagerten Frust verspürt, könnte hierbei ggf. zum Schmunzeln gebracht werden.
Wer für das neue Jahr noch in ein paar neue Lehrerblogs spitzeln möchte, könnte hier noch die eine oder andere Anregung finden. Ich habe mich heute gefreut zu lesen, dass ich auch aufgelistet bin *huch*

Ich wünsche allen, dass 2017 für euch viel Gesundheit, Zufriedenheit, Liebe und Glück bereithält. Ich wünsche euch nette Schülereltern, hinreißende Kinder, kooperative Kollegen, menschliche Schulleiter und genug Freiräume zur eigenen Entfaltung!

Auf geht’s!

 

Wehrhafte Lampen

Über den Hausmeister wurde hier ja schon vor geraumer Zeit einiges geschrieben. Wie in jedem Job gibt es da die engagierten Geschöpfe und die weniger und die, die den Beruf komplett verfehlt haben…also unseren Hausmeister.
Obwohl ich (und soweit ich das beurteilen kann auch die Kollegen) dem Hausmeister trotz übelsten Körpergeruchs, schmutzigem Auftreten, patzigen Antworten (man kann wählen zwischen „nicht meine Aufgabe“ und „dafür hab ich keine Zeit“) und zunehmender Unauffindbarkeit während des Schulvormittages selbstverständlich stets höflich entgegentreten, haben auch die Schüler nun langsam eigene Aversionen entwickelt.
Denn auch wenn sie dem Hausmeister pflichtbewusst Scherben oder ähnliches melden, die auf dem Pausenhof entdeckt werden, werden sie pampig angemotzt und weggeschickt.
Dies nur als kleine Vorgeschichte zum heutigen Lacher das Tages:
In meinem Klassenzimmer gibt es 3 Lichtschalter, je einen für eine Reihe aus Neonröhren an der Wandseite, der Fensterseite und vorne an der Tafel. In der Frühstückspause fällt uns auf, dass eine Röhre ausgefallen ist. Im Stillen danke ich dem Allmächtigen, dass sie nicht blinkend den Geist aufgibt, sondern sofort ausgegangen ist, denn sonst dürften wir dies wochenlang ertragen bzw. im Halbdunkel sitzen (da man dann ja die ganze Reihe an Lampen ausschalten müsste) bis der von mir penetrant gestalkte Hausmeister sich erbarmen würde, das Leuchtmittel auszutauschen.
Während ich also den Schülern mitteile, ich würde den Hausmeister informieren, aber da nichts blinken würde, hätte es ja nun auch keine große Eile….geht die Lampe wieder an.
Still vor Überraschung betrachten wir alle die blinkfrei leuchtende Neonröhre. Ich murmele, sie hätte mich vermutlich gehört und wolle noch nicht getauscht werden.
Ein Mädchen in der ersten Reihe entgegnet, vermutlich könne die Röhre den Hausmeister nicht leiden und wolle nur ja nicht von diesem getauscht werden, weshalb sie lieber wieder funktioniere.
Ich habe bis zum Pausengong gelacht.

Surprise, surprise…

…was für ein Scheiß!  … oh, that’s….nice (?)
Montags zur dritten Stunde anfangen. Das nenne ich mal einen genialen Stundenplan!
Es bedeutet für mich: ein bisschen länger schlafen, eine richtig gute Frisur (weil genug Zeit) hinbekommen, ein aufgeräumtes Haus verlassen und ohne Einsatz von Ellenbogen oder hinterlistiger Tricks („uh…Folie hat der gestern ja gefressen…aber riskier es du ruhig“) in Ruhe den Kopierer benutzen zu können, wenn der Rest schon beschulen muss.
Es heißt aber auch:nur 15 Minuten Zeit im Klassenzimmer für das allwöchentliche Wechseln der Dienste und des Wochenplans. Schnell noch die Tagestransparenzkarten aufhängen und ggf. eine Tafelanschrift o.ä. vorbereiten. Denn in Stunde 1 und 2 findet in meinem Zimmer leider religiöser Fachunterricht statt. Ich darf das Zimmer vor der Pause nicht betreten. Auch nicht 2 Minuten vor der Pause, da ich beim Beten stören könnte. Als ich dies einmal doch tat, wurde gefrühstückt…aber Kollegin Hunkestein möchte sich die Vor-der-Pause-ggf-beten-Option offenhalten. Ja, ich weiß, aber ich hatte gefragt…ich bin selbst schuld…passiert mir sicher nicht noch einmal…man lernt eben nie aus. So darf ich also erst zum Pausengong mein Klassenzimmer betreten und ab dann läuft die Zeit. Doch sofort loslegen kann ich nicht, ich muss kurz innenhalten, denn jeden Montag aufs Neue
bewundere ich voller Staunen das kleine Überraschungspaket, in das Kollegin Hunkestein das Klassenzimmer binnen 90 Minuten verwandelt hat. Nicht jede Überraschung findet sich sofort (wäre dann auch ja sehr langweilig und nicht sehr überraschend) und so blicke ich mich um, während die mittlerweile schon gut internalisierten Leitfragen mich durch das Zimmer steuern:
Hat die Kollegin es erneut geschafft, mehr als eine Kaffetasse in 2 Schulstunden zu verwenden und diese an seltsamen Orten im Zimmer zu „vergessen“? (Der Blick wandert zu den bisherigen Fundorten: Pult (auf/darin/darunter), Waschbecken, Fensterbrett, PC-Tisch, Klavier, Wochenplantisch, Regal, auf dem Schrank…) War sie auch heute in der Lage, die gesamte Tafel (innen und außen, leere Fläche, linierte und karierte Flächen) zu nutzen, aber hatte natürlich keine Zeit mehr, sie zu wischen? Hat sie diesmal den Tafelschwamm verwendet oder doch lieber das Handtuch, das neben dem Waschbecken hängt oder das Geschirrtuch, das sie im Frühstücksregal am anderen Ende des Raumes entdeckte? Sind in meinem Schrank noch Notizzettel oder wurde sie erneut fündig und hat auch den Nachkauf aufgebraucht? Wo wurden 3 Stühle und einen Tisch entfernt / dazu gestellt / verschoben / ausgetauscht / gestapelt? Was sind das für Bücher in meinem Pult? Wie viele konfiszierte Brotboxen / Handys / Spielkarten / Stofftiere / Briefe (…hier bitte eigene Idee/Erfahrungswerte einfügen…) finde ich auf meinem Pult vor und muss sie versuchen den Besitzern, die aus 4 verschiedenen Klassen stammen könnten zuzuordnen?

Achja…die Kollegin findet das Zimmer übrigens sehr schön. Ist immer alles so „sehr aufgeräumt“ und sie findet es ganz „bedauerlich“, dass sie ihren Fachunterricht nicht öfter dort abhalten kann, aber blöderweise arbeite ich ja Vollzeit und okkupiere mein Klassenzimmer dauernd selbst.

Ja, sehr bedauerlich. Man stelle sich vor, ich könnte diese tollen Überraschungen täglich erleben. Zu viel Freude soll ja auch nicht so gesund sein 😉

In den Ferien…

…habe ich ganz wenig gearbeitet und mich ganz viel erholt. Das habe ich einfach so mal gemacht und das tat richtig gut.
Nebenbei habe ich mal wieder auf den Internetseiten und Facebookseiten meiner Lieblings-Schulbuchverlage gesurft, das eine oder andere Gewinnspiel entdeckt, mitgemacht und was gewonnen. Und schon ist die pädagogische Bibliothek wieder um ein tolles Werk reicher. Nein, ich mache jetzt keine Werbung für eine bestimmte Lehrerhandreichung. Ich freu mich nur und stelle fest:
Glück kommt!
Braves Universum 🙂

So nötig

Wenn 2 (in Worten: zwei!) Eltern unabhängig voneinander um einen dringenden Sprechstundentermin bitten, um sich dann bzgl der letzten HSU-Probe zu erkunden, warum denn die Antwort „Weltmeisterpokal“ falsch sei auf meine Frage „Welcher Preis wird alle 2 Jahre an Menschen oder Gruppen verliehen, die sich in besonderer Weise für die Menschenrechte einsetzen?“…also dann braucht man einfach wirklich dringend eine Woche Herbsferien!

Endlich…

…geht es mir besser.
Die Suche hat ein Ende.
Eine besondere Erkrankung wurde gefunden, die überraschend leicht zu behandeln ist, wenn man dann eben mal weiß, was es ist.
Derzeit zwickt der Bauch noch ab und zu, aber das ist kaum mehr der Rede wert und ich habe nach fast vier Wochen Qual endlich wieder Hunger, kann wieder durchschlafen (was nächtliche Durchfälle ja verhinderten) und fühle mich natürlich nun nahezu unbesiegbar.
Es hat mich sehr beeindruckt, wie sich nach einiger Zeit die körperlichen Defizite auch mental bemerkbar machten. Es stresst, wenn der Körper nicht macht, was er soll und machte mir Angst.
Und gleichzeitig zeigte mir die Situation auch, wie viel weniger ich arbeiten kann und es funktioniert dennoch.
Mein Unterricht war vorbereitet, das kann ich einfach nicht anders. Aber für Laminieren war dann eben keine Kraft mehr, statt einer Tafelanschrift gab es eine Folie, die Einstimmung über Bild oder Buch fehlte eben…ich glaube, es ist den Kindern gar nicht wirklich aufgefallen.
Es regte jedoch mich zum Nachdenken darüber an, was zu „anständigem“ Unterricht für mich gehört. Und ich stelle fest: anständig ist er auch mit deutlich weniger Aufwand als ich ihn sonst betreibe.Was mich Zeit kostet ist das, was die Stunde für mich dann rund macht, besonders schön macht, was die Kinder speziell ansprechen soll, was die Verbindung zu anderen Fächern herstellt oder den spielerischen Charakter verleiht.
Und nun? Ein kleines Fazit:
Es geht mit deutlich weniger und ist dann auch ok.
Wenn mich also mal wieder ein böses Bakterium erwischt  (wehe, Universum, wehe!), dann schaffe ich anständigen Unterricht und die Schüler lernen alles, was wichtig ist.
Für mich selbst, für die gesunde Frau Streng, reicht das aber einfach nicht aus.
Na klar üben wir auch mal im Mathebuch und rechnen still.
Aber dann gibt es eben auch diese besonderen Stunden. Die, bei denen die Schüler über sich hinauswachsen, kreativ sind, empathisch, sich voll einbringen, eigene Wege finden
und tolle Ergebnisse entstehen. Und dafür braucht es eben oft auch besondere Vorbereitung…und genau die macht mir wirlich großen Spaß.
Ich freue mich, immer wieder ganz neue Aspekte einzubauen und an neuen Stunden zu tüfteln. Für mich gehört es zu meinem Verständnis des Berufs. Eine zufriedene Frau Streng ist die gesunde, arbeitswütige Frau Streng.
Einige Erkenntnisse also dank böser Bakterien 🙂 So hatte diese blöde Zeit auch ein wenig Gutes. Aber für heute ist Feierabend!

Geht’s dir nicht gut?

„Frau Streng, du bist so blass. Geht es dir nicht gut?“
Nein, leider nicht. Dabei hätte alles so wunderbar sein können. Meine Klasse hat mich vermisst und ich sie. Die Wiedersehensfreude nach den Ferien war groß, schnell fanden wir wieder zu unseren Ritualen zurück und fast alle Kinder haben sich ganz fix wieder an den Schulalltag gewöhnt.
Aber ich bin nicht gesund. Immer mal wieder ein neuer medizinischer / homöopathischer Ansatz, kurze Besserung, dann wieder ein Rückfall. Ich kann in die Arbeit, ich schleppe mich. Die Praktikanten merken es nicht, aber die Kinder kennen mich zu gut, die sehen es, spüren was.
Ich schaffe den Unterricht, die Vorbereitungen, die Aufsichten, die Elternbeschwerden (warum kommt eigentlich nie mal jemand, wenn er zufrieden ist? Es kommen immer nur die, denen die Arbeitshefte zu teuer oder die anderen Kinder zu unerzogen sind). Dann wanke ich nach Hause…lege mich hin…bin gandenlos erschöpft…weil der Körper am Limit ist. Weil das gerade das Maximum ist, das schaffbar ist.Es kann nur besser werden.
Es muss.
Universum! Liest du mit? Mir reicht’s!

Und auf geht’s

Bayern ist natürlich das letzte Bundesland, das nun auch aus den Sommerferien wieder in ein neues Schuljahr startet. Temperaturen hat es jedenfalls wie im Hochsommer, sodass das Schleppen der Tische und Stühle schon ein kleines Workout war.
Ich bin nach meinem Urlaub aber ja auch echt erholt, motiviert und ausgeruht.
Doch wie die meisten war auch ich schon in der letzten Woche recht fleißig (Klassenzimmer einrichten, Stundenpläne erstellen, Unterricht vorbereiten…), sodass sich der herrliche Urlaub  bald schon etwas weiter weg anfühlte und das neue Schuljahr immer greifbarer wurde. Deshalb darf es nun auch wieder losgehen. Auf in ein grandioses neues Schuljahr *woohoo*
Allen Kolleginnen und Kollegen, für die es morgen auch wieder richtig los geht, wünsche ich einen guten Start mit netten Kindern, Eltern und Kollegen!