Endlich!

Es ist vorbei! Endlich!
So denken Eltern, Kinder und Frau Streng. Der Übertritt ist gelaufen! Die meisten haben das erreicht, was sie sich wünschten. Ein paar wenige (meist Eltern, seltener) Schüler hatten schon zu Beginn utopische Vorstellungen, wo der Weg hingehen soll und wundern sich noch immer, warum nicht jetzt noch Zeit eingeräumt werden kann, um den 4er-Schnitt noch in einen Übertrittsschnitt zu verwandeln.
Grundschulabitur nennen das in Bayern viele und nicht ganz zu Unrecht.
Gerade die letzten Wochen vor Ostern hatten es (für alle) in sich. Aber auch deshalb, weil es nicht an ,56 scheitern sollte. So erhielt bei mir in einem solchen Fall jedes Kind noch einmal die Chance, eine Zusatznote zu erhalten. Dazu musste frühzeitig informiert, der abzufragende Stoff transparent aufbereitet werden und genug Lernzeit vorhanden sein. Dann war es endlich GESCHAFFT!

Und nun?
Nun gönnen wir uns was!
Wir gönnen uns Ausflüge. Zur Burgruine mit Führung, zur Kirche mit Orgelbesichtigung, zur strengschen Lieblingsbuchhandlung mit Welttagsbuchgeschenk usw. usw.
Außerdem erwartet uns in ein paar Wochen das Abenteuer Radfahrführerschein. Da sind wir alle schon mächtig gespannt.
Ich freue mich darauf, mich wieder den wichtigen Dingen des Schullebenes zu widmen!

Viele Grüße an alle anderen Überlebenden!

Advertisements

Benimmregeln unter Tieren

Der Bär und das Eichhorn

Ein Bär, das stärkste Tier im Wald,

trat einmal aus Versehen

dem armen Eichhorn Willibald

im Walde auf die Zehen.

 

Er sagte nicht: „Pardon, mein Herr!“

Er tappte in Gedanken

als Bär verquer im Wald daher.

(Ein Bär kennt keine Schranken.)

 

Da rief das Eichhorn Willibald:

„He, Dicker, bleib mal stehen!

Man tritt nicht einfach hier im Wald

wem anders auf die Zehen!“

 

Der Bär verhielt auf weichem Moos

verwundert seine Schritte

und fragte, ganz gedankenlos

das kleine Tier: „Wie bitte?“

 

Das Eichhorn, das im Humpelschritt

zum Bären kam geschritten,

sprach: „Wer wem auf die Zehen tritt,

muss um Verzeihung bitten!

 

Wenn du auch stärker bist als ich

an Körperkraft und Krallen:

Dergleichen find ich widerlich!
Ich lass mirs nicht gefallen!“

 

Die Pfötchen voller Wut geballt

(noch kleiner als ein Hase),

so trat das Eichhorn Willibald

dem Bären vor die Nase.

 

Der Bär, mit bärigem Gebrumm,

verblüfft und auch betreten,

hat in der Tat das Eichhorn um

Entschuldigung gebeten.

 

Da sprach das Eichhorn Willibald:
„Schon gut! Schon gut! Doch künftig

gehst du mal wieder durch den Wald,

sei achtsam und vernünftig!“

 

„Gut“, sprach der Bär, „ich merk es mir!“

(Was Willibald sehr gut tat.)

So kann man auch ein großes Tier

belehren, wenn man Mut hat.

 

                                 (James Krüss)

 

Ich lieeebe es!
Szenisches Spiel ist hier ein Muss!

Pfütze vertikal

Hoch die Hände, Unterrichtsende, ab ins Wochenende! *Juhu*
Die Kinder packen sich wieder in die diversen Winterjacken, Schals, Mützen etc. ein und verabschieden sich von mir,
als es aus Reihe 3 ertönt:
„Frau Streng, da ist eine Pfütze an der Wand!“
Und Tatsache: da ist eine Pfütze…an…der…Wand!
Nichts läuft von der Decke, nichts ist zu sehen auf den Tischen oder dem Boden.
Nur ein großer Wasserfleck perfekt zentriert auf der Mitte der Pinnwand, der sich gerade durch
meine Plakate zu den 4 Fällen arbeitet.
Valentin hat den Sitzplatz direkt unter der Vertikalpfütze.
„Valentin, könntest du das gewesen sein?“
„Ja, könnte ich.“
„Aha…und wie könntest du das gewesen sein?“
„Das weiß ich nicht…aber ich geh jetzt mal, ok?“
Freitag nach einer gefühlt dreiwöchigen Schulwoche um kurz nach eins.
Was antwortet die pädagogische Fachkraft also?

„Ok Valentin, schönes Wochenende!“

 

Gestatten…

…Babysupercat mein Name. Ich bin gestern im Hause Streng eingezogen. Das Haus ist geräumig, aber nicht zu groß und ich habe schon fast alles erkundet. Es gibt viele schöne Polstermöbel, an denen ich -wie es sich gehört- meine Krallen geschärft und meinen Geruch hinterlassen habe. Mehrere Kratzbäume und Liegeflächen habe ich entdeckt und getestet, die gefallen mir recht gut. Der große schwarze Ding, wird warm, wenn es knistert….aber später leider auch richtig heiß, wie ich versehentlich herausfand. Ich lasse mich jetzt immer mit genug Abstand davor nieder und wärme mir das Fell. Die Pfoten habe ich mir zum Glück ja nicht richtig verbrannt.
Supercat, die hier wohl schon sehr lange wohnt, findet meinen Einzug nicht so gut. Ich soll ihr nicht auf die Nerven gehen, sagt sie. Sie weiß nämlich noch nicht, was mir sofort klar war: dass wir super Freunde werden. Anfangs wollte sie nicht einmal im selben Raum mit mir sein *seufz*, aber ich habe mich von meiner besten Seite gezeigt und Mut bewiesen, wenn es nötig war. Nun ist sie schon gnädiger und ich darf sogar schon auf die Couch, wenn sie darauf liegt. Ich gebe nicht auf und zeige ihr immer wieder, was für ein super Kumpel ich sein kann. Die kriege ich schon noch rum. Herr Streng ist toll. Er hat zwar Urlaub, aber er sitzt eigentlich nie richtig still. Oft kommt er von draußen herein und riecht nach Holz, das liebe ich. Mitgehen darf ich noch nicht, da bin ich ein bisschen neidisch auf Supercat, denn die darf das. Ich sehe die beiden dann durch die Glastüre und das ist ziemlich spannend. Aber nicht so spannend wie die Eichhörnchen, die oft bis an das Glas herankommen und reingucken. Meine neue Familie legt ihnen Nüsse hin und die schnappen sie sich. Ich versuche ihnen Angst zu machen, aber diese Viecher sind eiskalt und zucken nicht mit der Wimper, sondern suchen sich in aller Ruhe die schönste Nuss aus und hüpfen davon.
Heute hat das neue Herrchen mir ein Holz mitgebracht, das habe ich gnadenlos getötet, bis es sich gar nicht mehr bewegt hat! Sogar Supercat war fassungslos. Bald wird sie den Helden in mir erkennen!
Frau Streng spielt viel mit mir und kuschelt mich ganz gut. Sie weiß genau, wann ich das mag und wann ich in Ruhe schlafen muss. Das hat Supercat ihr schon gut beigebracht. Sie hat mir heute das erste Mal erlaubt in das letzte Zimmer im ersten Stock mitzugehen. Da gibt es ganz viele Regale mit Ordnern und Papierhaufen und so. Ich durfte da auch reinhüpfen, das war aber langweilig. Der große Tisch war viel spannender, denn da hat sie sich hingesetzt und viele seltsame Dinge gemacht. Aber sie hat mich dabei ganz vergessen, das war natürlich nicht ok! Ich bin zwar noch klein, aber nicht auf den Kopf gefallen. Ich habe schnell herausgefunden, dass sie mich wieder warhnimmt, wenn ich an ihren Haaren kaue oder mit den Dingen auf dem Schreibtisch spiele. Leider hat sie dabei nur eine recht kurze Aufmerksamkeitsspanne an den Tag gelegt. Effektiver ist es dann doch, wenn ich mich auf die Papiere lege, auf denen sie komische Zeichen malt. Wenn ich dann zeitgleich noch an ihrem Stift nage oder an den Papieren selbst, ist ganz fix all ihre Aufmerksamkeit wieder da, wo sie hingehört: bei mir!

abgetaucht

Wenn man gerade nichts von mir hört, dann weil ich mich habe zu dem verfluchten Probemonat überreden lassen, der natürlich vor 2 Wochen abgelaufen ist. Seit 6 Wochen habe ich kein „echtes“ Fernsehen mehr geguckt. Stecke gerade mitten in dieser hinreißenden Serie und muss mich nebenbei noch durch ein paar Wochentage lesen. Da ich aber täglich eh gefühlt nur 30 Minuten Freizeit habe bevor ich ins Bett falle, bleibt einfach gerade keine Zeit fürs Internet 😉

Dennoch hier ein sehr süßes Zitat der letzten Sportstunde (Dodgeball):
Hussein: „Oh gut, der Mahmut ist rausgeflogen. Der war echt die höchste Bedrohung, weil der hat so ’ne krasse Präzision!“

Saubande vs. wahre Engel

„Mit denen willst du einen Ausflug machen?“
„Die sind doch in zwei Stunden Reliunterricht schon kaum zu bändigen!“
„Durch die Stadt willst du mit dieser Saubande laufen? Und dann noch eine Museumsführung? Das klappt nie!“
„Da kannst du doch keinesfalls alle mitnehmen. Lass doch die schlimmen Jungs bei mir!“

Aber ich gebe ja nicht viel auf das, was andere über MEINE Klasse denken.
Ich bin die Klassenlehrerin, ich bin der Leitwolf. Wir hatten jetzt ein paar Wochen Zeit, um uns aneinander zu gewöhnen. Es gibt ein Belohnungssystem, Verstärkerpläne für einzelne Kinder, die Sitzordnung ist angepasst an verschiedene Bedürfnisse. Alle machen mittlerweile ihre Hausaufgaben, ich kann vorlesen ohne dass noch geflüstert oder geraschelt wird. Der soziale Zusammenhalt ist gewachsen, aus dem Fachunterricht kamen schon lange keine akuten Beschwerden mehr. Da wird es Zeit für unseren ersten Ausflug. Das Museum für moderne Kunst ist unser Ziel, die Praktikanten sind dabei (zur Not müsste eben jeder Student einen Störer an der Hand halten).
Vorab erkläre ich alle Regeln und warum sie gelten. Schon Wochen im Voraus schwärme ich immer wieder von der tollen Führung, die uns erwartet und dass mich der Mitarbeiter dort schon lange kennt. Jedes Mal war er beeindruckt, weil die Strengschen Klassen besonders leise, aufmerksam, höflich und respektvoll waren. Er freut sich immer auf mich und meine Schulklassen. Ich wünsche mir, dass es dieses Mal auch so sein wird. Vor Weihnachten habe ich uns Karten für ein tolles Theaterstück besorgt. Nun kann man mir beweisen, dass wir alle gemeinsam dorthin gehen können, da sich die Klasse beim Museumsausflug toll an alle Regeln gehalten hat. Nur Kinder, die das schaffen, können dann auch mit zum Theater.
Am Tag des Ausflugs ist die Klasse morgens aufgeregt und voller Vorfreude. Auf dem Hinweg wandern sie vorbildlich in 2er-Reihe und unterhalten sich leise. Während der Führung sind sie mucksmäuschenstill. Da ich vorher erklärt habe, wie unangenehm es für eine Lehrerin ist, wenn Kinder etwas fragen, was gerade erklärt wurde oder den Museumsmitarbeiter mit Fragen bombardieren bevor dieser fertig gesprochen hat, lauschen sie aufmerksam. Sie suchen meinen Blick und ich singnalisiere, ob nun ein guter Zeitpunkt für eine Frage ist. Wer sich unsicher ist, ob die Frage auch sinnvoll ist, der flüstert sie mir leise ins Ohr und ich gebe das Ok. Nicht nur ich bin begeistert von meiner „ach so schlimmen“ Klasse, auch der Museumsmann lobt sie zum Abschied sehr, sodass wir auf dem Heimweg alle ein paar Zentimeter größer sind.
„Hat euch der Ausflug gefallen?“, frage ich als wir im Klassenzimmer zurück sind.
„Sogar sehr!“, kommt es zurück.
Wir freuen uns schon riesig auf das Weihnachtstheater im nächsten Monat! Meine wunderbare Klasse und ich!

Ächz

Ächz…ratter…grummel.
Anscheinend braucht mein Laminiergerät auch Herbstferien. Ist es überarbeitet?Oder altersschwach? Oder evtl wetterfühlig….zu windig draußen? Da mag es nicht mehr leise laminieren?
Aber warum soll es den Subunternehmern auf meinem Schreibtisch besser gehen als mir.
Der heutige Sonntag hat nicht nur Wind gebracht, sondern auch die Korrektur der Mathematikprobe, die Vorbereitung des lernzieldifferenten Unterrichts für zwei Kinder, deren Eltern ich nun endlich überzeugen konnte, dass es nicht „besser“ ist, wenn das Kind mit 6 übertritt statt die Note auszusetzen und Lücken aus den vergangenen Jahren zu füllen. Toll, dass ich endlich eine Einsicht erzielen konnte, das wird den Kids wirklich helfen und die lange überfälligen Erfolgserlebnisse bescheren, aber dazu muss das alles auch erstmal sinnvoll geplant werden.
Die Arbeiten meiner zwei Kunstklassen sind nun auch benotet, die Sportbeobachtungen ausgwertet und nebenbei laminiert Missis Ächzstöhn hier für mich wichtige Schilder für den Klassenraum (Danke, liebe Kerstin von der Materialwiese, genau DIESES und DAS habe ich gesucht und werde ich nach den Ferien aufstellen, um mal 5 Minuten in Ruhe eine Elternnachricht schreiben zu können. Kürzlich schrieb ich „Liebe Frau Streng,“ an eine Mutter, da ein Kind neben mir stand und ständig „Frau Streng….Frau Streeeeng….Frau Streheng!“ sagte, sodass mein Gehirn schlicht überlastet war. Zum Glück bemerkte ich meinen Fehler noch bevor ich das Postheft dem Schüler mitgab).
Nun fehlt nur noch das Laufdiktat, das ausgwertet werden will und die Beobachtungsaufträge für die 6 Praktikanten, die ich an unterschiedlichen Tagen betreuen darf. Und dahann….werde ich eine Mütze aufziehen und mich in den Wind stellen. Ich glaube, ich brauche dringend mal den Kopf frei gepustet, damit sich da ein Feriengefühl breit machen kann.

Nur die Harten….

Szene: Klassenzimmer / Kurz vor der Pause

Bingbong, knatter, rausch, knister: „Achtung, eine Durchsage. Alle heute anwesenden Lehrerinnen und Lehrer finden sich in der Pause bitte zu einer kurzen Dienstbesprechung im Lehrerzimmer ein!“

Szenenwechsel: 2. Szene
Pause /Lehrerzimmer:
Rektor: „Nachdem heute das halbe Kollegium erkrankt ist und es auch aus den ersten Klassen alle 7 Lehrer dahingerafft hat, gilt heute folgender Aufteilungsplan….“ (Rektor liest für mich uninteressante Klassen vor, ich beiße einmal von meinem Apfel, schon fällt mein Name) „und die 1a ist auf die 4a aufgeteilt bei Frau Streng.“
Jupp, hab ich bekommen, sechs zusätzliche Ersties, die keine Aufgaben haben und nun den Rest der Woche bei mir bespaßt werden.
Kauend melde ich mich: „Ich habe aber auch aufgeteilte Kinder aus der 1d. Sind die bei mir dann überhaupt richtig?“
Der Rektor rauft sich entnervt die schon abstehenden Haare. Sein Blick sagt: „Die Frau Streng wieder mit ihren Fragen!“ während er verzweifelt auf dem Aufteilungsplan, der hauptsächlich aus wirren Pfeilen zu bestehen scheint, nach der 1d sucht.
Zu meinem Glück rufen nun weitere Kollegen rein, auch sie hätten Kinder der 1d, sodass sich der Unmut der Oberhoheit nicht mehr nur auf mich bezieht.
Eine Stimme aus dem Off ruft: „Ja, die Lehrerin der 1d ist am Montag erkrankt, da wurde die Klasse aufgeteilt auf die anderen ersten Klassen, dann sind die restlichen Erstklasslehrer erkrankt und alle anderen ersten Klassen wurden mit den schon aufgeteilten Kindern aufgeteilt.“
Allgemeines Aha-Gemurmel wird vom Rektor rüde unterbrochen, der weiter doziert:
„Ja prima, dann weiß die Frau Streng da ja jetzt Bescheid. Da auch alle Werklehrer erkrankt sind, kann heute kein Werkunterricht stattfinden. Stattdessen gibt es folgenden Vertretungsplan….“ (Rektor liest für mich uninteressante Klassen vor, ich beiße ein zweites Mal in meinen Apfel, Frühstück muss sein, aber schon fällt mein Name) „und die 3a wird von Frau Streng vertreten.“
Kauend melde ich mich: „Kann ich nicht meine eigene Klasse vertreten?“
„Warum das denn?“
„Naja, erscheint mir irgendwie sinnvoller….wir hätten genug zu arbeiten.“
„Das ist jetzt zu kompliziert.“
„Gut, dann nicht!“
Eine Stimme aus dem Off (ich beiße fix ein drittes Mal ab): „Aber Frau Streng hat Recht, warum vertritt nicht jeder seine Klasse und die Lehrer ohne Klasse vertreten die Klassen, deren Klasslehrer krank sind?“
Der Blick des Chefs sagt „DANKESCHÖN, FRAU STRENG!“
(Ich lächle zuckersüß, zucke die Schultern und beiße erneut in meinen schon halb gegessenen Apfel).
„Also gut, wir ändern den Vertretungsplan wie folgt, weil Frau Streng es heute unbedingt kompliziert machen will….“
(Da ich kaue, ist mein Motzen (zum Glück?) nur schwer verständlich.)

Fazit:
Ein Tag, der sich wie drei anfühlt, ist auch geschafft.
Den Apfel jedoch konnte ich erst am Nachmittag aufessen.
Ich habe Kopfschmerzen und Halsweh.
Und ich lasse mich die nächsten Tage lieber nicht in der Verwaltung blicken.
Darauf ein Prosit mit meinem Erkältungstee!

sehen vs hören

Was ich höre:
„Achje, du arme Maus. Du musst die 3a jetzt weiterführen. Uah! Die sind furchtbar!“
„Du hast die jetzige 4a? Mach dich auf was gefasst, ein absoluter Chaotenhaufen.“
„Deine neue Klasse? Die hatte ich in Ethik. Grau-en-voll! Da hält keiner die Klappe!“
„Der Ahmet ist doch in deiner neuen Klasse. Bei dem musst du von Anfang an den Daumen drauf haben, sonst tanzt er dir das ganze Schuljahr auf der Nase herum.“
„4a! Da bin ich froh, dass du dieses Jahr Musik gibst. Die wollte ich nicht mehr unterrichten.“

Einmal abschütteln bitte *grusel*
Und dann einfach mal schauen!

Was ich sehe:
24 Kinder, die ein bisschen traurig sind, weil sie gehofft hatten, ihre Lehrerin hätte doch bleiben können.
Aber auch viele fröhliche Gesichter als sie hören, dass ich ihre neue Lehrerin bin. Denn mich kennen sie zum Teil aus dem Vorkurs (schon ein paar Jahre her, aber immerhin) und auch, weil mein Klassenzimmer auf demselben Flur war im letzten Jahr.
Manche hatten Geschwisterkinder bei mir, andere haben Freunde, die in meiner Klasse waren. Die waren alle sehr gerne bei mir…so schlimm kann die Frau Streng dann doch eigentlich gar nicht sein., oder? Als ich Grüße von der letzten Lehrerin ausrichte, mit der ich befreundet bin, macht sich Erleichterung breit. Das ist ein gutes Zeichen für die neue Klasse.
Ich sehe strahelnde Kindergesichter als sie entdecken, dass sie Namensschild, Begrüßungskärtchen und ein kleines Geschenk auf ihrem Platz erwarten. Sie freuen sich, auf ganz andere Art von den Ferien erzählen zu dürfen und bemühen sich, ihre beste Seite zu zeigen.
Nicht alle können schnell wieder zur Ruhe finden, doch lobe ich einzelne, die schon schnell wieder aufmerksam sind, überträgt sich das in Sekunden auf den Rest der Klasse. Nach dem ersten Tag sage ich, dass auch ich aufgeregt war und mich nun freue, dass sie meine neue Klasse sind. Das kann richtig gut werden mit uns, wenn wir uns alle ein bisschen anstrengen.
Ein Kind murmelt: und „wir hätten es nicht besser treffen können“ und guckt dann schuldbewusst (wir wollten doch nicht reinreden) und ich freue mich.

Selbst sehen ist hier die Devise. Und einfach mal die Ohren abschalten.
Das ist jetzt MEINE Klasse und wir werden das zusammen prima hinbekommen!