Benimmregeln unter Tieren


Der Bär und das Eichhorn

Ein Bär, das stärkste Tier im Wald,

trat einmal aus Versehen

dem armen Eichhorn Willibald

im Walde auf die Zehen.

 

Er sagte nicht: „Pardon, mein Herr!“

Er tappte in Gedanken

als Bär verquer im Wald daher.

(Ein Bär kennt keine Schranken.)

 

Da rief das Eichhorn Willibald:

„He, Dicker, bleib mal stehen!

Man tritt nicht einfach hier im Wald

wem anders auf die Zehen!“

 

Der Bär verhielt auf weichem Moos

verwundert seine Schritte

und fragte, ganz gedankenlos

das kleine Tier: „Wie bitte?“

 

Das Eichhorn, das im Humpelschritt

zum Bären kam geschritten,

sprach: „Wer wem auf die Zehen tritt,

muss um Verzeihung bitten!

 

Wenn du auch stärker bist als ich

an Körperkraft und Krallen:

Dergleichen find ich widerlich!
Ich lass mirs nicht gefallen!“

 

Die Pfötchen voller Wut geballt

(noch kleiner als ein Hase),

so trat das Eichhorn Willibald

dem Bären vor die Nase.

 

Der Bär, mit bärigem Gebrumm,

verblüfft und auch betreten,

hat in der Tat das Eichhorn um

Entschuldigung gebeten.

 

Da sprach das Eichhorn Willibald:
„Schon gut! Schon gut! Doch künftig

gehst du mal wieder durch den Wald,

sei achtsam und vernünftig!“

 

„Gut“, sprach der Bär, „ich merk es mir!“

(Was Willibald sehr gut tat.)

So kann man auch ein großes Tier

belehren, wenn man Mut hat.

 

                                 (James Krüss)

 

Ich lieeebe es!
Szenisches Spiel ist hier ein Muss!

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4 Gedanken zu “Benimmregeln unter Tieren

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