Endlich…


…geht es mir besser.
Die Suche hat ein Ende.
Eine besondere Erkrankung wurde gefunden, die überraschend leicht zu behandeln ist, wenn man dann eben mal weiß, was es ist.
Derzeit zwickt der Bauch noch ab und zu, aber das ist kaum mehr der Rede wert und ich habe nach fast vier Wochen Qual endlich wieder Hunger, kann wieder durchschlafen (was nächtliche Durchfälle ja verhinderten) und fühle mich natürlich nun nahezu unbesiegbar.
Es hat mich sehr beeindruckt, wie sich nach einiger Zeit die körperlichen Defizite auch mental bemerkbar machten. Es stresst, wenn der Körper nicht macht, was er soll und machte mir Angst.
Und gleichzeitig zeigte mir die Situation auch, wie viel weniger ich arbeiten kann und es funktioniert dennoch.
Mein Unterricht war vorbereitet, das kann ich einfach nicht anders. Aber für Laminieren war dann eben keine Kraft mehr, statt einer Tafelanschrift gab es eine Folie, die Einstimmung über Bild oder Buch fehlte eben…ich glaube, es ist den Kindern gar nicht wirklich aufgefallen.
Es regte jedoch mich zum Nachdenken darüber an, was zu „anständigem“ Unterricht für mich gehört. Und ich stelle fest: anständig ist er auch mit deutlich weniger Aufwand als ich ihn sonst betreibe.Was mich Zeit kostet ist das, was die Stunde für mich dann rund macht, besonders schön macht, was die Kinder speziell ansprechen soll, was die Verbindung zu anderen Fächern herstellt oder den spielerischen Charakter verleiht.
Und nun? Ein kleines Fazit:
Es geht mit deutlich weniger und ist dann auch ok.
Wenn mich also mal wieder ein böses Bakterium erwischt  (wehe, Universum, wehe!), dann schaffe ich anständigen Unterricht und die Schüler lernen alles, was wichtig ist.
Für mich selbst, für die gesunde Frau Streng, reicht das aber einfach nicht aus.
Na klar üben wir auch mal im Mathebuch und rechnen still.
Aber dann gibt es eben auch diese besonderen Stunden. Die, bei denen die Schüler über sich hinauswachsen, kreativ sind, empathisch, sich voll einbringen, eigene Wege finden
und tolle Ergebnisse entstehen. Und dafür braucht es eben oft auch besondere Vorbereitung…und genau die macht mir wirlich großen Spaß.
Ich freue mich, immer wieder ganz neue Aspekte einzubauen und an neuen Stunden zu tüfteln. Für mich gehört es zu meinem Verständnis des Berufs. Eine zufriedene Frau Streng ist die gesunde, arbeitswütige Frau Streng.
Einige Erkenntnisse also dank böser Bakterien 🙂 So hatte diese blöde Zeit auch ein wenig Gutes. Aber für heute ist Feierabend!

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8 Gedanken zu “Endlich…

  1. Es reut mich, dass es dir wieder besser geht!
    In deinen Gedankengängen finde ich mich wieder – das finde ich schön.
    Alles Liebe!
    Sandra

  2. Tada, liebe Frau Streng, stoß auf dich an, sei es mit Sekt oder Himbeersaft. Schön, so gute Neuigkeiten von dir zu lesen. Und du hast recht: Lehrer überlegen, suchen, sammeln, verwerfen, überlegen,, su…… (ich spreche aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung) und na ja …., es endet nie. Ich wünsche dir die beständige Abwesenheit böser Bakterien und „spaßiges, strenges“ Vorbereiten, alles Gute, Sissi

  3. Ich freue mich sehr für dich!
    Mein Zeug ist leider chronisch, aber ich lass mir davon nicht das Leben vermiesen :).
    Die Auswirkungen solcher physischer Beeinträchtigungen auf die Psyche sind tatsächlich groß, vor allem, wenn man sich mit der Angst konfrontiert fühlt, dass das womöglich nie mehr weg geht. Das Wunderbare ist, dass man meist einen Weg findet damit umzugehen und trotzdem das Leben zu genießen.
    Ganz liebe Grüße
    Franziska

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