Geht’s dir nicht gut?


„Frau Streng, du bist so blass. Geht es dir nicht gut?“
Nein, leider nicht. Dabei hätte alles so wunderbar sein können. Meine Klasse hat mich vermisst und ich sie. Die Wiedersehensfreude nach den Ferien war groß, schnell fanden wir wieder zu unseren Ritualen zurück und fast alle Kinder haben sich ganz fix wieder an den Schulalltag gewöhnt.
Aber ich bin nicht gesund. Immer mal wieder ein neuer medizinischer / homöopathischer Ansatz, kurze Besserung, dann wieder ein Rückfall. Ich kann in die Arbeit, ich schleppe mich. Die Praktikanten merken es nicht, aber die Kinder kennen mich zu gut, die sehen es, spüren was.
Ich schaffe den Unterricht, die Vorbereitungen, die Aufsichten, die Elternbeschwerden (warum kommt eigentlich nie mal jemand, wenn er zufrieden ist? Es kommen immer nur die, denen die Arbeitshefte zu teuer oder die anderen Kinder zu unerzogen sind). Dann wanke ich nach Hause…lege mich hin…bin gandenlos erschöpft…weil der Körper am Limit ist. Weil das gerade das Maximum ist, das schaffbar ist.Es kann nur besser werden.
Es muss.
Universum! Liest du mit? Mir reicht’s!

15 Gedanken zu “Geht’s dir nicht gut?

  1. Ich lese gerade deinen Beitrag und erkenne mich sooo gut wieder! Genau wie du „funktioniere“ ich während des Schultages, doch merke selbst, dass ich laufend an meine Grenze komme und mich schon die kleinsten Ungereimtheiten völlig aus der Spur bringen. Kaum zu Hause, tritt die Erschöpfung ein. Und das Verwunderlichste an der ganzen Sache: obwohl man versucht, es sich vor den Kindern nicht anmerken zu lassen, merken gerade sie, dass es einem nicht gut geht, aber nehmen einen auch in seinen „schlechten“ Zeiten. Sie reagieren sogar so wunderbar liebevoll und möchten einem gerade etwas Gutes tun. Das Kollegium hingegen scheint nichts zu bemerken bzw. zeigen sie sich erschüttert, dass man mal nicht wie gewohnt funktioniert und die eigenen Sorgen werden gern mit einem „Das wird schon wieder! Schraub deine Erwartungen herunter! Du machst dir selbst zu viel Stress!“ abgehandelt. Kurzum: Ich fühle mit dir und wünsche dir, dass sich bald ein Weg zeigt, der dich aus dieser wirklich schwierigen Situation führt. Dass etwas in dein Leben tritt, das dir die Kraft gibt, die man als Lehrkraft einfach braucht. Ein kleiner Tipp: Lass dich auf die Kinder ein – sie heilen die Wunden der Seele immer noch am besten, denn sie nehmen dich, wie du bist und erwarten nicht das Unmögliche, wie manche Kollegen und Eltern! Alles Liebe für dich!!!

    • Ganz herzlichen Dank. Zum Glück kann ich vermelden,dass meine Seele an sich in Topform wäre…wobei die körperlichen Leiden nun wirklich auch langsam die Psyche beeinträchtigen.
      Es hängt doch immer auch zusammen.

  2. Liebe Frau Streng, das hört sich ja so gar nicht gut an, sondern so, dass man sich – auch unbekannterweise – Sorgen macht. Ich wünsche dir von Herzen, dass du einen Weg findest, der dir weiterhilft! Noch zu „Warum kommt eigentlich nie jemand, wenn er zufrieden ist“: Tatsächlich betone ich vor Schulkindern/Eltern immer wieder mal, was besonders ist, was ich „extra“ mache oder so und es gibt doch auch gar nicht so selten Eltern, die das würdigen, einen unterstützen, loben, etc. Hoffentlich erfährst du auch immer wieder mal positive Worte! Und wenn nicht, dann sei versichert, deine Leser schätzen dich sehr! Dir die besten Wünsche, Sissi

  3. In meinem Wochenplan vor zwei Jahren las ich, dass ich auch nach zwei Wochen nach Schulbeginn beim HNO war. Jedes Jahr dasselbe. Ich bin nicht fit. Mein Hausarzt macht jetzt eine Eigenbluttherapie und gibt intravenös einige Arzneien dazu. Es soll das Immunsystem beeinflussen. Es geht bergauf. Vielleicht eine Option für dich.
    Ich wünsche dir von Herzen bessere Zeiten!
    LG Rita

  4. Liebe Frau Streng,
    das klingt für mich nach der Vorstufe zu einem Burn-Out und nach 2 Wochen krank schreiben lassen. Und bitte nicht vorschieben, dass die Kolleginnen dann ja noch mehr arbeiten müssen und die Klasse außer Rand und Band gerät. Denn es hat keiner was davon, wenn es Sie dann auf dem Weg zu den Herbstferien so erwischt, dass Sie bis Weihnachten ausfallen.
    Herzliche Grüße von einer, die so stabil ist, dass ihr so was nicht passiert und so viel mit Menschen zu tun hat, dass sie genau weiß, wovon sie spricht.

    • Liebe Betzi, ich kann mit Sicherheit sagen,dass es das nicht ist.
      Zwei Tage ohne Durchfall und Krämpfe und ich fühle mich nahezu unbesiegbar…Leider kippt es immer wieder. Derzeit wird auf ein Hormondefizit getippt. Ich hoffe,das bringt des Rätsels Lösung

      • Oh wie gut ich das kenne. 15 Jahre lang bin ich am Limit gelaufen und wusste nicht, was mit mir los war. Nachmittags fiel ich wie tot auf meine Couch, musste abends wieder an meinen Schreibtisch und hatte für nichts mehr Energie. Ständige Durchfälle und Verdauungsbeschwerden raubten mir jede Energie. Zuerst habe ich meinen Vitamin D Spiegel auf 80 ng/ml aufgefüllt. Seit April verzichte ich auf alle Produkte, die Gluten enthalten und fühle mich wie ein neuer Mensch. Die Untersuchungen haben eine Glutenintolleranz nicht bestätigt, aber ich bleibe dabei, denn so gut wie heute, ging es mir schon seit 20 Jahren nicht mehr.

        Ich wünsche dir gute Besserung, bleib dran, einen Auslöser gibt es sicherlich.

  5. Es gibt nun eine neue Spur 🙂 Man hat eine logische, sehr gute Idee, was es (hoffentlich!) sein könnte. Es wäre recht einfach zu behandeln (ich bin schon dabei), wenn auch mit eklig schmeckenden Mitteln (mit blöden Nebenwirkungen, aber die sind ja nicht von Dauer) und könnte dann schon ganz bald vorbei sein. Ihr merkt schon: viele Konjunktive….ich traue der Sache noch nicht so ganz….aber ich tue alles, was helfen könnte. Mal ein paar Tage ohne Übelkeit und Durchfall, ohne Schwindel und Krämpfe….es scheint zum Greifen nah.

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