zu schön hier


Letztes Jahr sind wir in das aus strengscher Perspektive neue (aus jedermanns Sicht uralte) Häuslein am Stadtrand gezogen.
Endlich raus aus der viel zu engen ehemaligen Studentenbude und rein in die eigenen vier Wände.
Monatelange Kernsanierung zeigten mir, wie sehr man Unterrichtsvorbereitungen reduzieren kann
und dass man auch ganz viel gar nicht laminieren muss. Jaha!
Sie zeigten mir aber auch, dass ich bestimmte Ansprüche an mein Material und meine Planung nicht herunterschrauben kann.
Nun wohnt die Familie Streng seit einem Jahr hier und nein, es ist noch nicht alles fertig.
Derzeit zum Beispiel werkelt Herr Streng fleißig im zweiten Badezimmer (und da sind sogar schon ein paar Fliesen an der Wand).
Aber das findet Frau Streng gar nicht schlimm, dass das noch nicht fertig ist.
Denn wenn alles eh ständig eingestaubt wird (vom Schleifen, Spachteln usw. usw.), dann kann man
guten Gewissens auf das Staubwischen verzichten, was ich nämlich eh total blöd finde. Voll gut also 😉
Und hey, nach 12 Jahren duschen in einer halben Badewanne mit Duschvorhang, der dauernd am Po klebt,
ist das ZWEITE Bad eh der absolute Luxus *yehaa*
Aaaaber sonst ist das Haus (wenn auch noch unfertig) einfach nur schön.
(Ok, Gartenarbeit ist scheiße! Aber das war vorher auch klar. Ich mache das Nötigste…und manches Unkraut
darf bleiben so lange es ein bisschen hübsch aussieht.
Aber der Rest ist toholl!)
Eigene Garage, eigenes Carport, eigener Vor- und normaler Garten,
eigene Kräuter, Beeren, Äpfel, Kirschen *schmacht*
und sooooo viel Platz!
Aber das BESTE und damit auch irgendwie das Schlimmste ist einfach das Arbeitszimmer!
Es ist riesig! Es ist aufgeräumt (weil es ja riesig ist….egal wo man was einfach hinstellt, das Arbeitszimmer sieht immer
noch aufgeräumt aus) und es ist genau so, wie ich es brauche.
Ich habe zwei große Fenster, durch die nachmittags die Sonne scheint, ich habe gaaaaahaaaaanz viele Regale und einen riesigen Schreibtisch
(so mehrere Meter lang)!
Ich liebe es!
Auch nach einem Jahr noch freue ich mich so sehr über den Platz, den ich noch nie zuvor hatte.
Das Büro ist außerdem am Ende des Hauses…man kommt da nicht aus Versehen vorbei.
Und darin befindet sich nur die Lehrerarbeit. Ich muss da auch nicht rein, um z.B. etwas anderes zu holen und dann sehe ich die Arbeit
und jeder weiß, was dann kommt.
Früher war das so: da stand das Klavier im Arbeitszimmer, da waren die anderen Instrumente, da stand die Wäsche zum Trocknen usw.
Ständig musste ich in das „Arbeits“zimmer z.B. um nur schnell die Wäsche zu holen
und dann sah ich sie….die Lehrerarbeit…die echte Arbeit *seufz*
Wenn Herr Streng dann nach mir fahndete (bei einer 3-Zimmer-Wohnung dauerte das meist nicht soooo lange) und mich
mal wieder am Schreibtisch über einer Stundenplanung brüten sah, kam oft die Frage „wolltest du nicht nur schnell…“
und ich musste zugeben „ja, stimmt, sorry, ich bin hier irgendwie hängen geblieben“.
DAS, so dachte ich bei unserem Einzug, würde mir im strengschen Haus nicht passieren können.
Nichts außer Lehrerarbeit befindet sich in diesem Raum
und man kommt nicht zufällig dran vorbei. Ich werde viel weniger arbeiten! Jaha!
Voll die gute Idee!

Funktioniert nur gar nicht!
Es ist nämlich viel zu schön hier!
Ich sitze so gerne an diesem Schreibtisch mit dem tollen Ausblick in die Bäume
und arbeite, grüble, bastle, korrigiere….
und da wird aus „ich bin mal schnell im Arbeitszimmer“
ganz schnell ein „tschuldigung…da arbeitet es sich einfach zu schön“

 

Achja….ist das nicht Jammern auf extrem hohem Niveau?
Schön ist das hier 🙂

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9 Gedanken zu “zu schön hier

  1. Hallo Frau Streng, mitfreu, Neid, es sei dir herzlich gegönnt, das sind die Gefühle, die mich bei Lesen durchwandern. Und du jammerst ja auch gar nicht, sondern teilst uns dein anhaltendes Entzücken über ein riesiges „Nur-Arbeitszimmer (das sind die 2 Neidpunkte) mit. Also, setz dich vors Fenster, greif ab und zu mal nach einem Stift oder dergleichen und genieß den Ausblick. Noch jede Menge schönes Arbeiten wünscht dir sissi

  2. Liebe Frau Streng,
    danke für diese Worte. Wir haben gerade den Vertrag für unser neues Häuschen unterschrieben und werden uns im Januar in die Renovierung stürzen. Mächtig viel zu tun! 😉
    Mein neues Arbeitszimmer wird hoffentlich auch so schön und abgeschlossen sein, zumindest aber größer und besser organisiert.
    Aktuell freue ich mich sogar auf den Garten, aber wahrscheinlich nur bis zum Frühling 🙂

  3. Liebe Frau Streng, irgendwie kommt mir das alles erschreckend vertraut vor – bist du ich??? Deine Zeilen hätten vor rund 5 Jahren auch von mir stammen können, als wir umezogen und mehr oder weniger eingelebt waren…
    Mein Mann und ich haben das Haus inzwischen in einem rundum bewohnbaren Zustand und fangen nach 6 Jahren Wohnzeit schon mit den ersten Renovierungen an bzw. haben sie fertig. Nachdem unser zweites Möppelchen im Januar kam und natürlich Anspruch auf ein eigenes Zimmer hatte, blieb nach dem großen Räumchen-wechsel-dich allerdings mein Riiiiesenbüro mit Blick in den Garten auf der Strecke und verwandelte sich in ein immer noch mit schöner Aussicht (sehe aktuell dem Kleiber am Futterhaus zu!) gesegnetes mittelgroßes Büro. Haupsache immer noch ein Arbeitszimmer!
    Viel Spaß dir in deinem wunderbaren Heim – höre nie auf es zu genießen! Und danke an das Haus, das es dir nun weiter ermöglicht, so viele schöne Dinge zu bloggen…
    Alles Gute wünscht Ka
    von Prima(r)Blog

  4. Hallo!
    Also, bei mir heißt das „Wildkraut“ hört sich in meinen Ohren besser an. Und der Vorgarten ist ein Sekundärbiotop (von Menschen angelegt, aber die Natur hat es sich wieder zurück erobert-))
    Von meinem Arbeitszimmer ganz zu schweigen. Das betritt mein Mann nur im äußersten Notfall.
    LG Bergziege

  5. Premiere, habe noch nie einen Kommentar geschrieben, obwohl ich seit Jahren begeisterte Leserin vieler Lehrerseiten bin. Aber diese Zeilen über das Arbeitszimmer gehen mir runter wie Öl. Mein Mann und die beiden erwachsenen Söhne machen sich mindestens 1 mal wöchentlich über meine Aktenordner, Kisten und Schachteln, übervollen Schränke… lustig und immer wieder endet alles mit der Aussage, möchte wissen, wie die Anderen das machen? Nun habe ich es sogar schriftlich aus den Tiefen des Internets- die Krankheit viele Lehrer-Jäger und Sammler auf hohem Niveau. Heute kommen gerade 3 neue Regale, ein Aufbewahrungszimmer wird eingerichtet, nur für mich allein, herrlich. Wie machen das nur Lehrer mit einer 2 Raum Wohnung-oder gibt es so etwas nicht?
    Bitte weiter so, es beruhigt mich!!!!!!!!!!!!!!!

    • Auch für mich ist es hier der erste Kommentar. Ich bin so eine Lehrerin mit ‚2 Raum Wohnung‘. Allerdings einer recht großen. Schon immer habe ich die Arbeitsecke im Wohnzimmer integriert. Das geht aber inzwischen ehrlich gesagt nur, weil ich in der Schule ein Klassenzimmer und ein Lernatelier voll mit meinem Zeugs habe. Zuhause stehen also fast nur noch Ordner und Lehrmaterialien (und das ein oder andere neue Projekt).
      Interessanterweise nimmt mein Nähzeug mehr Platz ein. Gleichzeitig ist der Raum auch meim Esszimmer… Aber dank guter Strukturierung und mit viel Disziplin bei der Ordnung geht es echt gut.
      Aber natürlich träume auch ich von einem eigenen Arbeitszimmer und Nähzimmer….

      • Oh wie schön, noch eine Premiere! Einige meiner Lehrerinnen-Freundinnen haben es zu Hause ähnlich. Respekt vor der Organisation und Selbstdisziplin,die man dann braucht!

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