Streng ist nicht schlimm


Fachunterricht in der Vierten und das natürlich in der letzten Stunde am Freitag.
Ach, was macht das Freude.
Bei der Lehramtsanwärterin mit dem zarten Stimmchen und dem häufigen Schulterzucken (Edit:) der eigenen Schulunlust und der LMAA-Einstellung haben sich die Viertklässler recht schnell ziemlich interessant entwickelt.
Bei mir stoßen sie jedoch Freitag in der sechsten Stunde auf wenig Wohlwollen bzgl. solche interessanter Verhaltensweisen.
Bei mir wird sich (ganz altmodisch) gemeldet, man lässt andere ausreden und grüßt sich höflich.
Wer solch einfach Regeln nicht mit dem eigenen Wunsch nach freier Entfaltung vereinbaren kann, muss sich mit mir auseinandersetzen.
Das fand die Vierte anfangs ja mal gar nicht so prickelnd, aber das stört mich nicht sehr.
Wir brauchen eine Basis, auf der anständiger Unterricht möglich ist, der auch den Kids Freude machen kann, wenn sie sich
darauf einlassen und dieses Ziel verfolge ich hartnäckig.
In Woche drei zeigt sich die Vierte nun also schon deutlich harmloser bei mir und als
ich wegen Fortbildung fehle, wird sich bei mir beschwert. Ich wurde vermisst. Da schau an 😉
Am Ende der letzten Stunde verabschiedet sich die Verhaltenskreativste bei mir mit Handschlag:
„Du Frau Streng, ich mag dich gern!“
„Oh Xenia, das freut mich natürlich sehr.“
„Du bist sehr nett zu uns.“
„Schön, dass du das so empfindest. Aber ich muss ja auch immer wieder ein bisschen schimpfen. Das gefällt mir noch nicht so gut.“
„Da bist du streng.“
„Ja, da hast du Recht.“
„Aber streng ist nicht schlimm.“
Sprachs, umarmte mich und entfleuchte ins Wochenende.

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5 Gedanken zu “Streng ist nicht schlimm

  1. Mal wieder ein schöner Beitrag! Den Kommentar über die Lehramtsanwärterin finde ich aber nicht so schön. Ich denke, auch sie fühlt sich nicht wohl wenn sie das liest. Sie lernt ja auch noch. Ansonsten ein schöner Blog.

    • Wir lernen alle doch immer. Meine LAA im ersten Jahr lernt gerne, willig und mit viel Engegament dazu. Es macht Freude mit ihr zu arbeiten. Besagte LAA im zweiten Jahr zeigte sich bei ihrer BL leider ein Jahr lang beratungsresistent und bringt das Jahr nur „zu Ende“…arbeiten möchte sie als Lehrerin dann „doch lieber nicht“. Das spüren Kollegen u Kinder und ich finde diese Situation für alle sehr schade. Das Stimmchen und Schulterzucken sind in diesem Fall leider kein Zeichen von Unsicherheit oder Unerfahrenheit, sondern einer Mir-egal-Einstellung.
      Aber danke für deinen Hinweis, denn das kann man so nicht herauslesen aus meinem Beitrag und manchmal vergesse ich, dass ihr nicht meine Kollegen seid und so etwas ja nicht wissen könnt 😉 ich habe das mal noch versucht einzubauen.

  2. Ich finde persönlich das Wort „streng“ auch immer unpassend. Ich nenne es „liebevolle Konsequenz“. ….. 🙂

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