Schultasche bitte anschnallen!


Was mache ich falsch?
Wie kann es sein, dass meine Kolleginnen mit dem Handtäschchen um Punkt 7.45 Uhr das Schulhaus betreten
und es Strich 13 Uhr (so man überhaupt „sooo viele“ Stunden unterrichtet) mit eben diesem wieder verlassen?!
Ich hingegen bin um spätestens kurz nach 7 Uhr in der Schule und benötige die 45 Minuten bis zum Eintreffen der Kids um zu kopieren,
die Vor-8-Aufgabe vorzubereiten, zu lüften, ggf. eine Tafelanschrift oder einen Impuls für den Kreis vorzubereiten sowie die
Tagestransparenzsymbole passend zum Unterrichtstag aufzuhängen.
Montags schleppe ich außerdem tonnenweise Material für die beginnende Schulwoche ins Gebäude, um nachmittags
teilweise so viele Hefte + Schultasche auf dem Beifahrersitz nach Hause zu transportieren,
dass meine Auto schon mehrfach mittels markerschütternder Piepstöne vermeldete, mein Beifahrer hätte sich nicht angeschnallt.
Derzeit neige ich also dazu, mehr in der Schule zu korrigieren und weniger nach Hause zu schleppen.
Doch, auch wenn ich mich ab und an doch noch für Heimkorrekturen entscheide, heißt das noch lange nicht, dass ich dann um 13 Uhr
mein Schulhaus verlasse.
Kinder wollen noch etwas erzählen oder einen Termin vereinbaren,
es wird gefegt, Blumen werden gegossen,
Elterngespräche sind zu führen,
Termine mit Parallelkollegen oder der Schulleitung abzugleichen…
Was mache ich falsch?
Oder was machen andere richtig?

Und schon während ich dies tippe…schleicht sich Erkenntnis sein.
Musste ich doch in der Hochbauphase unseres Traumhäuschens selbst erkennen, wie viel weniger
ich an Zeit investieren konnte und der Schulalltag war trotzdem bewältigt.
Nicht selten, musste ich da eilig mit den Kindern aus dem Schulhaus stürzen,
damit der Baustofflieferant/Fensterbauer/Installateur/Schornsteinfeger nicht vor verschlossener Türe steht.
Ja, ich könnte viel weniger tun…
und eine Zeit lang war das auch ok. Die Prioritäten waren zwischenzeitlich verschoben.
So wie diese sich sicherlich mit eigenen Kindern langfristig verschieben müssen.
Doch in meinem kinderlosen Leben im 2/3-Haus ist genug Raum für viel Engagement in meinem Job, den ich so liebe.

Also gut, ich gestehe:
Ich bin selbst schuld!
Ich will es so!

Danke, liebes Universum, für dieses Bröckchen Einsicht 🙂

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29 Gedanken zu “Schultasche bitte anschnallen!

  1. Liebe Frau Streng!
    Als ich deinen Artikel las, habe ich gedacht, das bist doch du selbst. Ich kann auch nicht erst auf den letzten Pfiff kommen. Wie du schon schreibst, man hat noch was zu erledigen, und ganz schnell ist die ruhige Zeit ohne Kinder vorbei. Ab diesem Augenblick kann ich auch nichts mehr vorbereiten, sondern die Kleinen brauchen mal ein offenes Ohr, manchmal wollen noch Eltern was …
    Aber auch bei uns gibt es Kolleginnen, die mit dem Eintreffen der Kinder das Schulhaus betreten, manchmal in großen Pausen mit dem Rad zum Einkaufen düsen und pünktlich mit Stundenklingeln das Schulhaus verlassen, meist noch vor den Schülern, da diese sich noch anziehen müssen. Zum Glück gibt es aber auch 2-3 Kolleginnen, die ich bereits früh 6.45 Uhr im Schulhaus antreffe. Und es ist schön so wie es ist. Das Korrigieren von Heften versuche ich auch oft schon in der Schule zu erledigen. Zum einen fällt der Packesel weg, und zu Hause kann man sich dann schöneren Dingen widmen. Also Frau Streng, du bist nicht allein. Es gibt noch Kollegen, die auch so ticken wie du!
    Weiter so!

  2. 😂 Zum Glück geht es nicht nur mir so. Meine Tochter würde jetzt sagen: Chill dein Leben und LDA,Mami😍 (lebe den Augenblick)
    Liebe Grüße und morgen viel Spaß beim Schleppen😉 – immerhin waren zwei Wochen Ferien!
    Tanja

  3. Liebe Frau Streng!
    Ich denke, das Wichtigste ist, dass man mit sich selbst im Reinen ist und die Prioritäten so setzt, dass man zufrieden sein kann. Vielleicht ist das nicht immer ganz einfach, aber so lange man Freude an seinem Job hat, dann ist alles in bester Ordnung. Und dann sollte man sich auch nicht unbedingt mit anderen vergleichen, finde ich.

    Jedenfalls lese ich öfter hier und es klingt für mich immer so, als schreibe hier jemand, der mit Leib und Seele in der Schule ist 🙂 In diesem Sinne: Vielen Dank für diesen tollen Blog.

    Lieben Gruß
    Marie

  4. Herrliche Erkenntnis!
    (Was machen die andern falsch, dass sie so leidenschaftlos Punkt 13 Uhr die Schule verlassen?)
    Bei uns in der Schweiz ist ja nur mittwochs der Nachmittag schulfrei. Ich kenne kaum Lehrpersonen hier, die nicht engagiert sind.

  5. Hallo Frau Streng,
    auf deine Frage: „Was mache ich falsch?“ – Gar nichts, du machst es genau richtig und das ist gut so!
    Ich muss gestehen, diese Frage habe ich mir in der Vergangenheit auch immer wieder gestellt, bis ich dann eben schließlich zu der gleichen Erkenntnis gekommen bin wie du! Und das ebenso mit voller Überzeugung und von ganzem Herzen.
    Ganz liebe und gleichgesinnte Grüße,
    Kathrin

  6. Herrlich liebe Frau Streng,

    ich fühle mich „erkannt“ 😄😄 und die anderen „Leidenschaftslosen“ auch – auch hier sehe ich vor meinem inneren Auge nicht zu wenige weibliche Köpfe….Aber weißt du, wenn ich dann in die zufriedenen Gesichter der Kinder schaue…..
    Und das schon seit über 20 Jahren – mit Kind, Mann , Haus , Garten und dem täglichen Wahnsinn…
    Ich würde es immer wieder so machen wollen und keine Sekunde mit den Handtaschenträgerinnen tauschen wollen 😃😃 Aber Handtasche muss auch bei mir sein – nur zusätzlich zu meinem täglichen Übergepäck 😳😳😉😉
    Liebe Grüße und einen guten Start morgen
    Andrea

  7. Liebe Frau Streng,

    auch wenn ich mich hier teilweise den anderen Kommentierenden anschließen kann und auch mir Menschen und Situationen in den Sinn kommen, in denen ich ähnliches gedacht habe – noch etwas nachdenkliches dazu:

    Ich finde hier muss man immer das große Ganze im Auge behalten (was man aber nicht immer kann, weil man nicht dorthin „sehen“ kann!) und darf sich nicht dazu hinreißen lassen über andere zu „urteilen“. Wer weiß, wie es im Leben der „um 13 Uhr verschwunden“-Kollegin aussieht.

    Wie du selbst schreibst, hast du auch schon Zeiten in deinem Leben gehabt, in denen du nicht „voll da sein“ konntest. Und das muss im Leben von Anderen nicht immer der Baustofflieferant sein, der einem im Nacken sitzt. Vielleicht sind es auch ganz andere Dinge (Probleme und Sorgen) die auf den Schultern Anderer lasten, die sich das vielleicht gar nicht anmerken lassen, nicht darüber reden wollen, das ganze überspielen, usw.

    “You can’t really understand another person’s experience until you’ve walked a mile in their shoes.”

    Demnach ist da immer Vorsicht geboten.

    Wichtig ist letztlich – dass man mit sich selbst und seinem Einsatz im Reinen ist. Bei mir selbst gibt es immer Phasen. Phasen in denen ich um vor 7 Uhr in der Schule bin, Stationenarbeiten und Projekte für meine Kinder vorbereite, einen Schüler habe, der mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf geht oder stundenlang an persönlichen, schriftlichen, kindgemäßen Beurteilungen (z.B. bei unseren Referaten) schreibe. Dann gibt es aber auch Phasen in denen ich um kurz vor knapp in der Schule bin, noch schnell ein Arbeitsblatt ohne Namenszeile auf den Kopierer werfe, in Mathe aus dem Buch arbeite und am Ende der Schule mit den Kindern ratschend aus dem Haus gehe.

    Am Anfang habe ich mich dann immer elend und als „furchtbar schlechter Lehrer“ gefühlt. Heute kenne ich mich besser – und gebe mir da mehr Luft.

    Hier ist dann eine gute Selbsteinschätzung gefragt. Was kann ich leisten – wann überfordere ich mich selbst – was ist für meine Kinder gerade das Wichtigste – wo kann ich Abstriche machen – usw.

    Weil nur wenn es mir als Lehrperson gut geht – kann ich auch einen guten Unterricht machen. Wenn ich zufrieden mit mir selbst bin und meinen Beruf als spannende Herausforderung sehen kann.

    Ich habe schon einige Kollegien erlebt wo Lästereien, Neid und Unverständnis viel zerstört haben. Wir haben einen wunderschönen, spannenden, abwechslungsreichen – aber auch anstrengenden und teilweise sehr belastenden Beruf. Das sollte man nie vergessen.

    LG,
    Kerstin

    • Liebe Kerstin, danke für deine vielen guten Gedanken! Genau das meinte ich mit Prioritäten. Bei manchen Kolleginnen ist man ja so nah dran, dass man weiß, die Kollegin hetzt von der Kita durch die gesamte Stadt, betreut nachmittags ihre zauberhaften Kids und arbeitet dann, wenn ich Tatort gucke 😉
      Du hast vollkommen recht, dass man es oft einfach nicht weiß…. ich möchte niemanden über einen Kamm scheren oder verurteilen… bin aber schnell dabei, mich selbst zu verurteilen.
      Können die andren das besser?
      Schütteln die das aus dem Ärmel, was ich mühevoll vor/nachbereiten muss?
      Mache ich es falsch? Zu umständlich? Sich immer wieder selbst zu hinterfragen, ist mir deshalb wichtig: ist es für mich so gut wie es ist?
      Möchte ich etwas anders?
      Kann ich es ändern?
      Das erscheint mir persönlich wichtig.

      • Hallo Frau Streng,

        Ich weiß genau was du meinst. Wie oft bin ich schon zu Hause gesessen und habe ganz ähnliche Gedanken gehabt.

        Und es ist wie jemand weiter Unten schrieb: Man muss einfach nachsichtiger mit sich sein und lernen genau auf sich und die eigenen Bedürfnisse zu hören. Mich zu engagierten Dingen zu zwingen – klappt zwar rein äußerlich (also vor den anderen) – aber ich selbst bin dann trotzdem nicht mit mir zufrieden. Deshalb habe ich angefangen es dann halt einfach zu lassen. Den Akku lieber wieder laden lassen uns dann mit Motivation ans Werk, wenn das Gefühl dazu stimmt.

        Und Cubanita hat in meinen Augen sehr recht – Selbstreflexion und Achtsamkeit vor sich selbst ist in unserem Job etwas ganz wichtiges. Emotional haben viele Lehrer extrem viel zu geben und schenken ihren Schülern etwas ganz besonderes. Aber man muss immer aufpassen, dass man dieses Fässchen nicht ganz leer macht – sonst geht es einem irgendwann selbst nicht mehr gut. Und davon haben weder die Schüler – noch man selbst etwas!

        LG,
        Kerstin

    • Guten Abend,
      ich kann mir nur Kerstins Meinung anschließend. So etwas Ähnliche wollte ich auch gerade schreiben.
      Ehrlich gesagt, finde ich es auch machmal etwas verwunderlich, wenn man als „schlechte“ oder nicht ganz kindgerechte Lehrerin hingestellt wird, nur weil man pünkltlich die Schule verlässt. Ich z.B. bin auch gerne mal am WE oder abends in der Schule. Außerdem bereite ich lieber alles zu Hause vor. Ich brauche es nicht mehr, als engagiert von meinen Kollegen wahrgenommen zu werden, nur weil ich lange in der Schule bin. Einige schlagen dort auch nur ihre Zeit tot, da sie nämlich auch nichts anderes als die Schule haben! Aber wie gesagt, jeder ist ja anders und das ist auch gut so!!!
      LG Alexa

      • Wunderbar formuliert, liebe Alexa.
        Kollegen, die in der Schule Zeit totschlagen…interessant…die armen…da muss ich mal die Augen offenhalten, ob es das bei uns auch gibt.
        Nebenbei: bei uns kann man am Wochenende oder abends (außer es herrscht Stallpflicht wg Elternabend) leider nicht ins Schulhaus, wir wünschen uns das aber sehr! Wäre oft ungemein praktisch!

  8. Ich steig mit ein …
    Danke für deinen Text, der auch über mich geschrieben sein könnte, danke auch für Kerstins und Alexas Denkanstöße, man ist tatsächlich schnell bei einer Meinung ohne Hintergrundwissen. Jedenfalls kann ich hier die Hand heben, denn ich kenne all diese Personalien auch, die Engagierten und die Leidenschaftlosen, die Zeittotschlager und die Anderen sowieso. Allerdings machen mir die Anderen, vodn denen ich selbst wenig mitbekomme, aber von denen ich gesagt bekomme, dass die stets schneller, noch besser, noch fleißiger und noch dies und das sind, am meisten Druck. Aber ich höre es nur noch selten, zum Glück. Alles andere geht mir inzwischen vorbei, in Kerstins Schilderung mit den Zeiten mal so und mal so erkenne ich mich besonders wieder. Auch ich bin da inzwischen immer gnädiger mir selbst gegenüber. Ich musste mühsam verstehen, dass es ein Leben neben Schule gibt und es geht mir seit dieser Einsicht besser. Was ich sehr wichtig finde, ist Selbstreflexion, das würde ich sogar eigentlich als Pflicht sehen, wird aber leider trotzdem nicht von so vielen betrieben. Das behaupte ich jetzt einfach. Aber vielleicht irre ich.

  9. Liebe Fr. Streng,
    ich lese immer so gerne deinen blog – deine Erzählungen, deinen Humor etc.!
    Über diesen Eintrag bin ich sehr gestolpert: es ist m. E. ein Kurzschluss die Anwesenheit in der Schule mit Engagement/ Begeisterung für den Beruf gleichzusetzen. Die zentrale Frage ist doch die: wie ist der konkrete Unterricht? Lernen die Kinder etwas und fühlen sie sich wohl? Wo die Kolleginnen diesen Unterricht vorbereiten ist doch eigentlich egal.
    Ich bin auch deshalb über diesen Eintrag gestolpert, weil du damit genau die Wahrnehmung von Außenstehenden befeuerst: wir nichtstuenden Grundschullehrerinnen, die immer Ferien haben und um 1 Uhr die Arbeit fertig ist.
    Ich selbst bin zwar auch eine von denen, die um 7.00 Uhr bis Nachmittags in der Schule sitzt (und nein – ich schlage da nicht die Zeit tot, aber manchmal mache ich bestimmt auch Arbeitsvermeidung, weil ich keine Lust zum Korrigieren habe etc.), aber das ist halt meine eigene Entscheidung, das ich alles in der Schule mache, um klare Grenzen in der Arbeitszeit zu haben. Natürlich wird man dann von der Schulleitung auch mal gerne als „toll“ wahrgenommen (Sie sind ja immer da! Auch Freitags – ach!): aber ich finde es dann eigentlich immer wichtig auch darauf zu antworten, die einen machen ihr Zeug halt zu Hause und ich habe mich entschlossen es hier zu machen.
    Deshalb wäre ich dafür genau hinzu schauen, wenn es um die Bewertung der anderen geht. Wenn es darum geht sich mal über Kolleginnen aufzuregen, deren Unterricht an den Kindern vorbei geht oder die es wunderbarerer Weise schaffen bei jeder Aufgabe in der Konferenz in Richtung Schulentwicklung sich unsichtbar zu machen – ja das kenne ich. Ansonsten ist meine Erfahrung: ich kenne in der eindeutigen Mehrzahl in erster Linie sehr sehr engagierte Kolleginnen, die viel Zeit – sei es zu Hause oder in der Schule – in die Schule investieren.
    Herzliche Grüße
    Mariann

    • Liebe Mariann,
      vielen Dank für deine Antwort.
      Schön, dass du gerne bei mir gelesen hast und ich freue mich, wenn du auch in Zukunft noch öfter mal vorbeischauen magst 😉
      Man darf meine Beiträge bitte auch als etwas überzogen ansehen!!
      Ich denke, das macht sie manchmal auch lustig.
      Aber was habe ich hier nur losgetreten *lach*
      Ich verstehe deine Gedanken sehr gut, aber man darf mich einfach nicht zu ernst nehmen in diesem Fall.

      Bei uns sagt man „Im Sommer a Lehrer, im Winter a Maurer“…denn wir Lehrer haben im Sommer ja „frei“
      und die Maurer im Winter *Sarkasmus aus*
      Schön auch „vormittags recht und nachmittags frei“
      Ich kenne all die fiesen Vorurteile und verwehre mich gegen diese sehr!
      Ich antworte dann übrigens gerne (je nach Laune) wahlweise
      a) wenn es so schön ist als Lehrer, dann mach es doch selbst
      oder
      b) auch die Berufswahl ist ein Zeichen von Intelligenz
      oder
      c) und nicht zu vergessen wie unheimlich viel Geld wir für das Faulsein bekommen 😉

      Aber sind wir doch ehrlich: in jedem Job gibt es schwarze Schafe.
      Und auf meinem Flur eben leider gleich zwei 🙂
      Und ja, ich weiß in diesen speziellen Fällen leider recht genau, was da an Vor- und Nachbereitung passiert.
      Ich kann nicht sagen, dass die meisten meiner Kolleginnen besonders engagiert sind.
      Aber die meisten machen ihren Job wirklich gut und sehr gerne, einige sind sehr engagiert und ein paar wenige sind es so gar nicht.
      Und auf diese letzteren bezog sich mein Beitrag.
      Denn die gibt es einfach auch. Punkt.
      Und manchmal wünschte ich mir eben, dass ich mir von den Handtäschchen-Damen (in deren winzigem Chanel-Abklatsch sich
      definitiv keine Heftstapel oder mühevoll daheim gestaltetes Material verstecken, wenn sie um kurz vor 8 antanzen und Punkt Schulschluss nach Hause flanieren)
      ein Scheibchen abschneiden könnte.
      Ungefähr so war das gemeint 🙂 Bitte verzeih, wenn es mir nicht gelungen ist, das so auch darzustellen.
      Herzlichste Grüße!

  10. Toll, auch mal aus der Lehrerperspektive zu lesen, auch wenn es bei mir schon etwas länger her ist mit dem Schulkram😅 freue mich auf weitere Beiträge und liebe Grüße aus Berlin! LG Ina

  11. Liebe Frau Streng,
    auch ich lese gerne deinen Blog und verfolge ihn seit längerem mit Freude.
    Und heute will ich mich auch dazu äußern.
    Hätte ich das vor 10 Jahren gelesen, hätte ich sofort unterschrieben und ich hatte auch mehrere solcher Kolleginnen. Bei denen war auch klar, dass da auch unterrichtlich nicht viel mehr als Buch passiert. ICh war dammals genauso angagiert, habe alles für die Schüler getan, sogar nachmittagss freiwillig privat Kindern schwimmen beibringen, Ausflüge am Wochenende organisiert, war jedes Jahr im Schullandheim, etc. Schlichtweg Schule war mein Leben.
    Jetzt habe ich ganz tolle Kinder und war 6 Jahre zu Hause. Habe dann in Teilzeit wieder angefangen mit 14 Stunden und Klassenführung und ja, es ist komplett anders.
    Teilweise habe ich am Tag nur 2 Stunden Unterricht. Ich komme zur 2. Stunde, weil ich morgens meine Kinder in den Kindergarten bringe, unterrichte 2 Stunden, korrigiere und kopiere noch eine oder zwei Stunden und bin dann um halb eins längst wieder am Kindergarten, nachdem ich zu Hause noch gekocht habe.
    Meine Kolleginnen sehe ich, wenn ich Pausenaufsicht habe gar nicht, obwohl ich mich auch gerne öfter mit ihnen austauschen würde. (Sind jung, motiviert und lange in der Schule)
    Ich weiß, dass du Kolleginnen wie mich auch nicht gemeint hast, mir jedoch fehlt dieses nach dem Unterricht noch kurz vom Tag erzählen können und dieser kollegiale Austausch manchmal schon sehr. Da wir jedoch am Dorf wohnen und der Kindergarten mittags zu macht ist es schlichtweg unmöglich für mich mittags in der Schule zu bleiben. Familie wohnt weit weg und Freunde möchte ich nicht jede Woche belasten, da freue ich mich schon, wenn sie meine Kinder zu Pflichtterminen wie Konferenzen, Elternsprechnachmittagen und Fortbildungen nehmen können.
    Ich liebe meine Arbeit und die Schule mit den Kindern, ich liebe auch meine KInder und Familie und versuche alles besstmöglichst unter einen Hut zu bekommen (Was mir denke ich auch gelingt) dennoch muss man irgendwo Abstriche machen.
    Und vor 10 Jahren wenn mich jemand gefragt hätte, ich hätte mir nicht vorstellen können wie ich weniger für die Schule hätte tun können, oder wie es ist in Teilzeit zu arbeiten.

    Søren Kierkegaard
    In den Kindern erlebt man sein eigenes Leben noch einmal, und erst jetzt versteht man es ganz.

    Es gibt wirklich viele Dinge im Leben, nicht nur die Arbeit, die ich jetzt anders sehe, als Mutter.

    LG Marty
    PS: Mich würde auch deine Meinung in 10 Jahren interessieren…

  12. Zwar gehe ich leider schon seit längerem nicht zur Schule, aber es mal aus einer Lehrersicht zu lesen ist echt hochinteressant. Vor allem sitze ich mit einem breiten Grinsen vor meinem Monitor! Tolle Sache, die du da machst.

    LG
    Philip

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