ruhig bleiben


Es gibt so Tage, da wäre man besser im warmen Bettchen geblieben.
Und die gibt es *ich staune noch* auch in den Ferien. Da macht das Universum keinen Unterschied.
Aber ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen.
Ich blieb ruhig als der Fensterbauer schon zum zweiten Mal nicht erschienen ist, um den defekten Rollo
endlich auszutauschen, der (nagelneu!) schon nach nur zwei Monaten seinen Dienst einstellte
und nun seit nunmehr drei Monaten nicht mehr rollt.
Ich blieb ruhig, als ich feststellte, dass ich mein Auto zu nah am Zaun geparkt hatte (ich muss mich erst noch an den eigenen Stellplatz gewöhnen)
und ich umparken musste, damit ich mein Instrument einladen kann.
Ich blieb ruhig als die Pommes viel zu kalt, der Milchshake dafür aber pappsüß waren und sich meine lasterhafter Umweg
durch den Drive-in nach der Musizierstunde so gar nicht gelohnt hatte.
Ich blieb ruhig als ich eine überdimensionale Leinwand auf dem Heimweg erstand und erst danach bemerkte, dass
das Auto mit dem Instrument ja schon voll ist und eine riesige Leinwand da gar nicht mehr reinpasst.
Nach nur 10 Minuten Herumgeschieben und Gezerre, war sie dann doch irgendwie im  Auto (und wer braucht in der Großstadt schon einen Rückspiegel?!).
Ich blieb ruhig, als ich nach dem Gezerrdesaster feststellte, dass die Parkhauskarte verschwunden war.
Nachdem Jackentaschen, Hosentaschen, Handtasche, Einkaufstüte, Geldbeutel und Auto abgesucht waren,
was (dank Instrument und Leinwand) nicht sooo ganz einfach war, wurde mir klar….
die hatte ich vorhin vermutlich mitsamt dem halben Shake und den kalten Pommes versehentlich weggeworfen.
Ich blieb ruhig, als mich die Leute komisch ansahen, weil ich mit der Handytaschenlampe in den besagten Mülleimer
leuchtete und mich dann gegen ein Durchwühlen und für den sauren Apfel der Verlustmeldung entschied.
Ich blieb ruhig, als mir die Servicedame mitteilte, dass mich dies 15 Euronen kostet (das Parken in diesem Parkhaus ist in den ersten beiden Stunden kostenfrei….mich hatte das schon gewundert…irgendwie müssen die das ja finanzieren….dieses Rätsel wäre nun auch gelöst)
und ich bin immer noch absolut ruhig.
Ich nehme das als zen-buddhistische Übung und werde mich jetzt ganz ruhig mit einem entkoffeinierten Kaffee und einem Muffin
auf meine Couch setzen und ganz ruhig in meinem Krimi lesen und dem Universum danken.

Danke, liebes Universum, dass ich ruhig bleiben konnte, weil das nämlich alles überhaupt nicht wichtig ist.
Ich bin gesund,
ich habe einen wundervollen Ehemann, den ich sehr liebe und der mich zurückliebt,
ich habe liebe Menschen in meinem Leben, die mich mögen einfach so wie ich bin (und ich bin manchmal echt total anstrengend),
ich bin finanziell unabhängig,
ich habe einen Beruf, der mich erfüllt und den ich mit Leidenschaft ausübe,
ich habe heute mit meinen Katzen in meinem Garten in der Sonne geschmust.

Was sind da solche Kleinigkeiten? Nichts! Nicht wert, dass sie mich aus der Ruhe bringen.
Höchstens wert, darüber ein wenig zu bloggen, dabei zu grinsen, den Kopf zu schütteln
und sich auf morgen zu freuen.

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4 Gedanken zu “ruhig bleiben

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag. Du hast vollkommen recht, man regt sich oft über Dinge auf, die es gar nicht wert sind. Man soll sich wirklich öfter vor Augen führen, was man alles Tolles hat. Deine Beiträge lese ich immer sehr gern und oft muss ich schmunzeln, da sie wirklich voll aus dem Leben gegriffen sind. Lieben Dank! Sabine

  2. … toller Beitrag und so wahr 🙂
    Ja, wir sollten öfter mal „ruhig bleiben“. Meine Bewunderung, dass dies so gut geklappt hat.
    Einen schönen Ferientag, der es lohnt aufzustehen,
    Sandra

  3. OOOOMMMMHHHH!! Wo du recht hast, hast du recht! Das Leben ist schön und manche Probleme einfach lächerlich!

    In diesem Sinne,
    sonnige und relaxte Grüße,

    Michi

  4. Wunderbar aufbauend geschrieben….Danke dafür. Ich übe noch das ruhig bleiben bzw. werden. Es hat viel mit Gelassenheit zu tun, die mir oft fehlt.
    Liebe Grüße von Sylvia

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