Erstmals…


…treffe ich auf Parallelkollegen, mit denen Zusammenarbeit nicht ausgewogen klappt.
Das macht mir zu schaffen.
Austausch findet einseitig statt, mein Material wird weitergegeben ohne mich zu fragen, ohne ein Danke oder auch nur ein Feedback im Sinne von „das fand ich gut, das habe ich mir auch kopiert“.
Rückblickend muss ich aber auch erkennen: bisher hatte ich stets sehr achtsame Kollegen,  sodass diese Situation nun ganz neu ist.
Und ich muss nun für mich festlegen:
Wie viel will ich geben, ohne selbst etwas zu bekommen?
Wie muss Kooperation sein,  dass ich mich damit wohlfühle?
Wie wichtig ist mir dabei die persönliche Komponente, die Chemie?
Das wird meine Hausaufgabe für die Osterferien 🙂

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9 Gedanken zu “Erstmals…

  1. Liebe Frau Streng,
    da bin ich ja beruhigt, dass es auch so erfahrenen und gestandenen Kolleginnen so geht. Ich habe leider auch so eine in meinem Team, mit der ich lieber nicht zusammenarbeiten würde, weil nichts zurück kommt. Ich habe gleich gemerkt, dass die Chemie nicht stimmt. Manchmal ist es seltsam. Ich weiß auch ganz oft nicht, wie ich mit so was umgehen soll. Sie schafft es nicht einmal „Guten Morgen“ zu sagen so teamunfähig ist sie.
    Ich versuche, ihr das mit einem Lächeln alles auszuschmettern.
    Tschaka!

  2. Ganz genau so geht es mir auch gerade. Man gibt Material weiter, um das man teilweise sogar recht frech gebeten wurde und erhält keinen Dank. Es wird fleißig kopiert, meine Sachen liegen dann im Lehrerzimmer rum und ich wundere mich. Ich kenne das so auch nicht. Dem Fass den Boden aus schlug allerdings eine Kollegin, die vorschlug, dass ich mein mühsam gebasteltes ( und sogar von mir gekauftes Verbrauchsmaterial) Material doch in die Parallelklassen weiterreichen könne, wenn ich damit durch bin.
    Meine Erkenntnis: Meine Freigiebigkeit mag vielleicht auch als Angeberei rüberkommen. Ich habe wirklich viel mehr Material als die Kollegen. Ich bin einfach engagiertere, kooperativere Kollegen gewöhnt. An meiner neuen Schule mag ich da teilweise wie ein Außerirdischer wirken.
    Mein Fazit: 1. Ich gebe nur noch auf Nachfrage.
    2. Ich bin ruhiger und passe mich der allgemeinen Zurückhaltung nach außen hin
    an.
    3. Mein Material bleibt bei mir. Ich wurschtel wieder mehr für mich.
    4. Ich mache kleinere Schritte.

    <lg

  3. Liebe Frau Streng,
    keine schöne Situation und dennoch bin ich beruhigt, dass es auch anderen Kolleginnen so geht. Auch in bin jetzt nach über einem Jahr dazu übergegangen, mein Material nicht mehr weiterzugeben, sondern sogar soweit, ein Vorhängeschloss für einen eingelassenen Wandschrank zu kaufen, in dem ich all meine Materialien einschließe. Nicht mein Stil eigentlich, aber irgendwann ist mal genug. Es ging soweit, dass mein Montessori Material, welches im eigentlichen Sinn auch nur ich nutze, nach einem Fortbildunstag in diversen Klassen verteilt War, und ich mir wieder alles zusammen suchen musste. Sämtliches Förder-und Differenzierungsmaterial wandert ohne Fragen durch die Parallelklassen. Gegen ein gegenseitiges Geben und Nehmen hab ich nichts, habe das im Gegenteil bisher immer als sehr bereichernd erlebt, aber dieses Mal mag das nicht so recht klappen. Also bin ich jetzt egoistisch und schaue, ob ich damit zurecht komme. Meine Kinder bekommen weiterhin viel individuelles Material mit Herzblut, die anderen halt nicht mehr. Trauriges Fazit.

  4. Wenn das die ersten Male passiert bitte nachfragen, darauf hinweisen, eigene Wahrnehmungen formulieren. Es muss nicht Böswilligkeit sein, dass man nimmt, sich innerlich freut aber nicht nach außen reagiert. Vielleicht nur Gedankenlosigkeit, Überforderung, neu im Job/Klasse/Fach, Unsicherheit, Unsensibilität. Frechheit unterstellen wir schnell.
    Zurückziehen und wurschteln kann man immer noch wenn die Kommunikation dann nicht klappt.
    Ich beziehe mich hier auf den Blogeintrag. Die Kommentare klingen heftig. Aber auch da könnte vielleicht reden vor Rückzug versucht werden? Veränderung anstreben vor passivem Hinnehmen?
    Wir haben das gerade hinter uns, zumindest halbwegs war es erfolgreich: Die komplette Chemie zwischen 2 Kolleginnen konnte nicht verändert werden. Die Achtsamkeit wird aber deutlich besser.
    Ich wünsche euch viel Erfolg!

  5. Liebe Frau Streng,

    Eine sehr schwierige Situation und eine Sache die einen nicht los lässt. Aber mein ganz dringender Rat: Versuche Deine „Hausaufgaben“ vor den Osterferien zu lösen. Da Dich das Thema schwer zu beschäftigen scheint, wäre es nicht gut es noch in den Ferien zu brüten. Hast Du es schon einmal mit einem ganz offenen Gespräch versucht. Auch wenn es erschreckend ist, aber manche Kolleginnen sind sich ihres Verhaltens überhaupt nicht bewusst. Vielleicht hast Du ja auch Glück und sie lesen Deinen Blogeintrag und werden etwas nachdenklich.
    Ich wünsche Dir alles Gute und entspannte problemfreie Ferien 😊
    Liebe Grüße
    Silke

  6. Liebe Frau Streng,
    das tut mir so leid, dass du Teamarbeit so erleben musst. Auch ich arbeite gerade für das ganze Team mit und habe für mich beschlossen, dass es mir egal ist, ob ich von anderen etwas zurückbekomme oder nicht.
    Zum einen, weil es oft meinen Ansprüchen gar nicht genügt und zum anderen, weil ich oft genug feststelle, dass deren Unterricht trotz meines Materiales und Ideen nicht wirklich gelungen ist.
    Also gebe ich weiter, was ich habe. An einer solchen Situation etwas zu ändern, ist sehr schwierig, da ma ja schlecht seine Kollegen ändern kann.
    Schade!
    LG Malzi

  7. Liebe Frau Streng! „Nicht ärgern – nur wundern!“ Ich war viele Jahre Grundschullehrerin und bin nun schon lange in Pension. Schon damals wurde ich wegen meiner Arbeit und meiner zahlreichen selbstgemachten Materialien verspottet und lächerlich gemacht (da gab es aber noch keine so tollen Foren und Blogs im Internet), aber hintenrum wurden meine Materialien aus meiner Klasse geholt und kursierten fleißig im Kollegenkreis. Die Nidgesellschaft wird leider nie aussterben. Aber bitte nicht aufgeben und zum Wohl der Schüler so toll weiter-arbeiten wie bisher!
    Alles Gute und viel „dicke Haut“ – lg aus Österreich

  8. Ohje, ist mir auch gerade passiert. Frage mich auch immer wieder wie damit umzugehen ist. Eigentlich bin ich jemand, der sowas anspricht. Am Schlimmsten sind jene, die einem das Material noch schlecht reden und dann doch hintenrum kopieren. Da werde ich dann schonmal pampig und teile auch mal mit, was mich gerade stört.
    Andererseits mache ich ja vieles für die Kinder, an die halte ich mich, wenn sie mit Eifer an der Arbeit sind, wenn sie sich auf das Material einlassen und ich merke, es bringt sie vorwärts. Letztlich ist das ja der Lohn für all die Mühe, wenn die Kinder gerne zur Schule kommen, wenn sie Freude am Lernen haben und sie Fortschritte machen.

    LG aus der Schweiz.

  9. Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen. So ärgerlich es ist, wenn es im kollegialen Getriebe knirscht, so gut tut es dann auch zu wissen, dass man damit nicht alleine ist.
    Bei mir und meinen Paralleldamen gab es schon Gespräche… manche klärend, manche leider nicht. Ich lasse sehr selten etwas untersagt, das ist nicht meine Art. Doch das gefällt auch nicht jedem 😉
    Jedoch ist es neu, dass ich etwas sagen muss (immer und immer wieder) und es anscheinend nicht verstanden werden kann oder will.
    Und ich merke, dass mir da (eigentlich zum Glück) die Übung und Souveränität fehlt, meine Wünsche bzgl. gelingender Kooperation zu vermitteln, denn das war bisher einfach nie nötig…. deshalb sehe ich das auch als Aufgabe an mich, mir genau darüber klar zu werden, was ich will/brauche/geben kann, um dies dann auch besser kommunizieren zu können.
    Heute haben sich zwei ganz andere Kolleginnen so harsch angemault, dass ich erst erschrak und mich dann (ehrlich gesagt) ein wenig freute, dass nicht nur ich da gerade zu kämpfen habe.
    Eine Kolleginnenfreundin, die früher sehr eng mit mir gearbeitet hat, hat im neuen Kollegium auch Schwierigkeiten mit Nutznießern…wenn man es einmal anspricht, sieht man erst, wie viele Kollegen da ähnliche Schwierigkeiten haben. Und nun gilt es für mich, diese erneut in Angriff zu nehmen.

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