Urlaubstag am Schreibtisch


Gesteeeern…da waren die Fachmänner im strengschen Haus und haben hochprofessionelle Sachen im Dach gemacht,
damit die höchst-hässlichen Stützen im Soll-irgendwann-mal-ein-Wohnzimmer-werden entfernt werden können.
Und die Frau Streng? Die durfte nix machen…weil sie in dieser Hinsicht leider total überflüssig und unhilfreich wäre.
Also habe ich brav um 9 Uhr den Kaffee +selbstgebackenen Muffins (*mangönntsichjasonstnix*) und Kekse gebracht
und mittags eine anständige Mahlzeit für die schwer arbeitenden Männer.
Herr Streng ist vom Fach und durfte daher auch schwer schuften und lecker essen.
Ich dagegen hielt mich an einem Salätchen fest.
Nach einer Fahrt zum Baumarkt („Wir brauchen noch drei Flaschen von dem PU-Leim, aber nicht von der einen Firma und da darf nicht „Montage“ oder so drauf stehen“
„–“
Zum Glück gibts Smartphones mit eingebauter Kamera, sodass man das dem Baumarktmenschen unter die Nase halten
und sagen kann, man brauche „das da!“, damit er logischerweise antwortet „der ist aus“)
war ich also FREI!
Und was tat ich (zum ersten Mal in meinem Lehrerleben)?
Ich setzte mich (freudig!) an den Schreibtisch!
Nein….es ist nicht das erste Mal, dass ich mich freudig an meinen Schreibtisch setzte *tsts*
dann wäre ich in meinem Job eher falsch.
Es ist das erste Mal, dass ich mich am ENDE DER FERIEN…ZUM ERSTEN MAL…an den Schreibtisch setze.
Und was hat mir das gut getan!!! Die erste Schulwoche ist nun geplant, meine neuen Aufgaben sind vorbereitet (ich bekomme Studenten!),
und die Begrüßungskärtchen für meine Motten sind gebastelt.
Was tat das gut, endlich mal wieder etwas zu machen, wovon ich Ahnung habe.
Und was war ich abends erschöpft *staun* Ausnahmsweise mal nicht körperlich, aber ich merke…das bin ich gar nicht mehr gewöhnt.
Schön war’s.
Übernächste Woche geht’s ja hier schon wieder los (Jaja, ich weiß…andere haben bald Herbstferien und
niemand versteht das „schon“ in meinem Satz….aber Leute, echt, ich bin am Ende! Ich brauch Ferien! Ich brauch
Erholung!) und ich freue mich auf meine Monsterleinchens und auf Menschen, die über etwas anderes als meine Baustelle/ihre eigenen Baustellenerfahrungen reden.
Viele Freunde besuchen uns auf der Baustelle (manchmal zum Helfen, oft aber zum Gucken und als moralische Unterstützung:
„Ahh, hier soll das Bad mal rein, mhm, mhm. Man kann es sich echt noch nicht so recht vorstellen….wann wollt ihr da nochmal einziehen? Ach, in zwei Monaten schon?
Ja…muss ja auch nicht alles fertig sein, oder? Ein Zimmer für Kartons und ein Klo halt, oder?“), doch worüber spricht man?
Über die Baustelle!
Anfangs ist das toll! Aber nach drei Monaten…verliert es langsam seinen Reiz! Natürlich ist es Dauerthema, aber ich sehne mich wirklich auch schon
ein wenig nach Diskussionen über den neuen Lehrplan, über neue Kollegen, über verhaltenskreative Kinder und deren gestörte
interessante Eltern, über Stoffverteilung und Aufsichtspläne und und und.
Das darf ich dann vormittags wieder (ich ziehe mir „echte“ Klamotten an und nicht die Jogginghose mit den Lackflecken, schminke mich ein wenig), ich unterrichte die Monsterchen, rede mit anderen Erwachsenen über Nicht-Haus-Sachen, dann fahre ich heim in unsere hässliche Winzwohnung, korrigiere, plane, packe Kisten und abends powere ich mich im Häuslein aus.
Es wird herrlich!

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