grüne Monster


Jaja, es ist herrlich.

Wir fahren morgens zu unserer Baustelle (Herr Streng hat Urlaub) und abends wieder nach Hause.
Dann sind wir totmüde, unsere Wohnung ist ein Sauhaufen, die strengschen Katzendiven beleidigt (weil keiner
Zeit hat), es ist nichts zu essen da, aber wir sind eh zu müde, um Hunger zu empfinden.
Und wenn gerade mal nichts für die Frau Streng auf der Baustelle zu tun ist, weil es gerade nur Aufgaben gibt,bei denen sie nicht mal das benötigte Werkzeug anheben kann,
dann verschwindet sie im Garten.
Das ist nämlich das tolle, wenn man ein altes Häuslein kauft, dass man einen beschissenen Urwald
schön eingewachsenen Garten mit dazu gekauft hat.
Und da wären wir auch schon beim aktuellen Problem:
ICH HABE KEINE (!!!) AHNUNG!
Ich kenne die meisten Pflanzen nicht, ich weiß nicht, wie viel man sie gießen und wie man sie schneiden muss.

Zum Glück habe ich eine nette Schwiegermama und Freundinnen, die schon einige Pflanzen (mehr oder weniger sicher) identifiziert haben.
„Oh, ist das eine Kiwi?“
„Ach, ihr habt ja eine Kiwi!“
(Es stellte sich heraus: es war natürlich keine Kiwi!)

Hier meine Recherche-Ergebnisse der letzten Wochen:
Wir haben zum Beispiel einen „Schlingknöterich“, der wunderschön weiß blüht und sich mittlerweile auf die gesamte Terrasse
ausgebreitet hat. Kann ja kein Mensch ahnen, dass man dieses Mistding Gewächs quasi täglich zurückschneiden muss.
Googelt man ihn, ist einer der ersten Treffer  „Knöterich im Garten – Fluch oder Segen?“
Fluch…sag ich da nur…Fluch!
Dieses Monster hat meine „Pfeifenwinde“ und den „Holunder“ ebenso überwuchert wie die „falsche Akazie“
und den „Korkflügelstrauch“. Ich habe ihn heute zwei Stunden lang beschnitten und man sieht kaum einen Unterschied!
Gerade habe ich außerdem gelesen, dass ich die Kletterhortensie heute falsch beschnitten habe und sie deshalb nächstes Jahr wahrscheinlich kahl ist *seufz*
und ich habe eine Gewürz mit nach Hause gebracht, das ich noch googeln muss, das aber aussah, als müsse man es abschneiden, weil es teilweise schon blühte…
oh man…ich hab sowas von keinen Schimmer!

Ich habe nun übrigens schon Marmelade aus den eigenen Johannisbeeren (Schwiegermutter sei Dank!), Muffins mit den eigenen Kirschen und Äpfeln gebacken,
wir haben Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Maggikraut, Thymian (ach, DAS war das Gewürz), Schnittlauch, Rosmarin, Lavendel (ich habe tolle Scones gebacken…einfach mal bei Chefkoch.de eingeben!), bei uns wachsen Rosen,  Ringelblumen, eine Schlehe, Schmetterlingsflieder, Minze, Ranunkeln….uuuuuund noch ganz viele, die wir noch nicht
bestimmt haben.
Zum Beispiel diese hier. Kennt sie jemand? Ich schneide nämlich fleißig dran herum und wer weiß, ob ich sie damit nicht versehentlich systematisch töte…
Für hilfreiche Tipps (besonders bzgl. dem richtigen Schneiden von so ziemlich allen genannten Pflanzen) wäre ich jedem sehr dankbar!

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18 Gedanken zu “grüne Monster

  1. Ich musste beim Lesen gerade sehr lachen! Ich hab zwar weder nen Garten, noch großartig Ahnung, aber mein Balkon grünt und blüht schön vor sich hin – selbst ohne Ahnung. Ehrlich gesagt musste ich feststellen, dass man bei den meisten Pflanzen gar nicht so viel falsch machen kann. Teilweise hab ich sie so weit zurückgeschnitten, dass ich dachte, die sterben ab, aber sie haben sich erholt und blühen schöner als zuvor! Also nur Mut mit der Gartenschere! 🙂

  2. Ach und was Thymian betrifft: Blüten sollten weggeschnitten werden. Meiner wuchert ordentlich, da hilft es, ab und an was abzuschneiden und zum Trocknen aufzuhängen, dann ist man im Winter super versorgt!

  3. Das mit dem ganzen Geblühe von allem möglichen kann ich super gut nachvollziehen. Als ich dein kleines Bildchen zur Frageblume angeguckt habe, musste ich doch glatt mal von meinem Balkon runter in den Garten schauen, denn ich glaube wir haben die gleiche Blume. Ziemlich hoch gewachsen, oder? Wenn ja, kannst du sie ruhig bis fast nach unten abschneiden, das passiert mit unserer, wenn sie nicht mehr ansehmlich ist, und die haben wir schon von m einen Urgroßeltern 😉
    Viel Spaß dir noch bei der Gartenarbeit, ein kleines Fass ohne Boden:-)
    LG Anja

  4. ähm in welcher Gegend wohnst du grob? 😀 sonst könnte ich dir eine sehr gute Baumschule in der Nähe von Stuttgart empfehlen, die Schnittkurse für alles mögliche anbietet und einem auch bei Pflanzenidentifizierung hilft 😀

  5. Diese gelbe Blume, würde ich sagen, kann man bis ganz runter abschneiden, wenn sie verblüht ist. Die müsste dann im nächsten Jahr wieder kommen. Ich weiß zwar den Namen nicht, aber meine Schwiegermutter hat auch so welche im Garten.
    Den Sommerflieder (auch Schmetterlingsflieder) schneide ich immer im frühen Frühjahr, so im März, ganz ordentlich zu, denn er blüht nur am jungen Holz – also an den frischen Trieben. Ist bei mir eigentlich nicht totzukriegen. Und die Ranunkeln hat meine Mama im Garten und ich sage nur: etweder ständig ganz unten abschneiden oder auch direkt mal die Wurzeln abstechen, denn dieser Strauch wächst wie Seuche. Und bevor ich es vergesse: Falls du mal auf die Idee kommen solltest, einen Essigbaum (hat im Herbst tolle rote Blätter) zu pflanzen: TU ES NICHT!!

    • 🙂 ich glaube, das muss ich mir ausdrucken! DANKE!
      (*Erinnerung an mich*: Essigbaum googeln…muss ein furchtbares Gewächs sein und müsste von daher logischerweise noch unidentifiziert in meinem Garten stehen…das wird doch nicht der eine neben dem Schuppen sein…?!)

  6. Liebe Frau Streng,
    dein Blog ist so schön zu lesen, ich freue mich immer über neue Einträge!

    Zu den Pflanzen kann ich auch a bissal Info beitragen:

    Maggikraut kannst du verwendet um einen super Suppengrundstock (einfach googeln) zu machen. Hat man ein paar Gläser zu Hause braucht man keine Suppenwürfel mehr.
    Maggikraut im Spätherbst einfach ganz abschneiden -> treibt dann im Frühjahr frisch aus.
    Thymian und Lavendel schneide ich alle zwei bis drei Jahre radikal zurück, sonst verholzen sie und blühen bzw. wachsen nicht so gut.
    Rosmarien unbedingt vor Frost schützen (mit Laub zudecken oder einwickeln). Den schneide ich überhaupt nicht zurück sondern entferne nur brauen Stellen im Frühjahr.
    Unsere Minze schneide ich ganz ab (mind. 2 mal im Jahr), hänge sie kopfüber zum Trockenen auf. So haben wir einen leckeren Tee das ganze Jahr über. Du solltest sie aber im Augen behalten, denn sie wuchert sehr stark und deckt schnell andere Pflanzennachbarn zu. Einfach großzügig abschneiden! Ist sie dir zu groß geworden, ausgraben, Wurzelballen teilen und weiterschenken!! 😉
    Die Ringelblume ist nur einjährig, streut aber meist von selbst Samen und kommst so jedes Jahr wieder. Wenn sie abgeblüht ist, einfach ganz abschneiden.
    Ein Tipp noch für den Sommer- (bzw. Schmetterlings-)flieder. Wenn die ersten Blüten abgeblüht sind, großzügig abschneiden, dann blüht er noch ein zweites Mal.
    Achja, und bei Lampion-Blumen solltes du vorsichtig sein, die wurzeln durch das ganze Beet und treiben überall aus. Ich bin ständig damit beschäftigt Triebe auszureissen. Du wirst sie nie mehr los!!! Aber als Herbstdeko sind die Lampions wunderschön. Also einfach im Topf halten, da kann sie nicht raus!!
    Das gleiche gilt auch für Bambus. Einmal gepflanzt wuchert er durch den ganzen Garten!
    Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.
    LIebe Grüße
    Olivia

  7. Diese Schilderung kommt mir sehr bekannt vor – so ähnlich begann meine Gartenlaufbahn auch 😉
    Mittlerweile habe ich dank meiner Mutter dazu gelernt.
    – Die gelbe Blume könnte eine Topinambur sein. Die sehen so ähnlich aus, wie Sonnenblumen.
    – bei Brombeeren schneidet man nach der Ernte die abgetragenen Ruten ab. Brombeeren fruchten am zweijährigen Holz. Lässt man die abgetragenen dran, hat man ziemlich schnell einen Urwald. Die diesjährigen Ruten bindet am auf und man kann sie auch auf etwa 2 m einkürzen.
    – bei Himbeeren muss man unterscheiden. Ich habe eine herbsttragende Sorte, die madenfrei ist. Da schneidet man nach der Ernte alles radikal bis zum Boden zurück. Im nächsten Jahr treiben die neu aus.
    – Himbeeren und Brombeeren breiten sich gerne durch Wurzelausläufer aus – wehret den Anfängen!
    – bei Rosen schneidet man das Veblühte bis zum nächsten Blatt, das aus 5 Teilblättern besteht zurück. Den eigentlich Rückschnitt macht man im Frühling, wenn es wieder wärmer ist. Nur Mut, je kräftiger man zurück schneidet, umso stärker treibt die Rose aus.
    – bei Lavendel schneide ich im Herbst die verblühten Stängel ab. Den eigentlichen Rückschnitt (rund 2/3 der Höhe) mache im Frühjahr. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Lavendel dann den norddeutschen Frost besser übersteht. Im Frühjahr kann man auch sehen, wo der Lavendel treibt, so dass man nicht zu weit ins alte Holz schneidet.
    – Rosmarin kann man auch kräftig zurückschneiden, damit er nicht von unten verholzt. Die abgeschnitten Triebe kann man entweder trocknen (bei Bratkartoffeln mitbraten – lecker) oder in Öl einlegen. Nach einer gewissen Zeit sind die ätherischen Öle in das Öl übergegangen und man hat ein tolles Würzöl.
    – Thymian verträgt ebenfalls einen kräftigen Rückschnitt. Den kann man ebenfalls trocknen oder einlegen.
    – Ringelblumen sind ein mehr als dankbares Zeug. Die wachsen und blühen überall, wo man sie hinschmeißt und sind obendrein noch gut für den Boden.
    – Maggikraut neigt zum Wuchern, auch da immer mal wieder den Spaten ansetzen, wenn das Biest zu groß wird und einfach um die Hälfte reduzieren.
    – Ranunkelsträucher bilden ebenfalls ordentliche Wurzelausläufer. Also auch hier: aufpassen oder Wurzelsperre einbuddeln.
    Viel Spaß beim Wühlen.

  8. Hallo! Mit Schmunzeln habe ich deinen Bericht von den grünen Monstern gelesen…. Die „gelbe Blume“ könnte eine Arnika sein (schau mal hier – http://www.baldur-garten.de/medias/sys_master/8840332902430/zoom.jpg – sieht doch sehr danach aus, oder?) Meine Eltern haben die auch schon seit Jahrzehnten im Garten und meine Mutter ist die unbegabteste Gärtnerin auf weiter Flur. Die kannst du also gar nicht umbringen. Ich glaube sogar, wenn du sie irgendwo wieder loshaben möchtest, dann solltest du sie ausgraben. Essigbaum ist fatal, da der sich massiv selbst aussamt, d.h. du hast innerhalb kürzester Zeit viele kleine Essigbäume im Umfeld des Großen. Ich habe hier (im tiefsten Niederbayern) vor 13 Jahren meine Zelte aufgeschlagen und nun im Laufe der JAhre einen 3000 qm Garten von den nicht mehr mobilen Schwiegereltern übernommen – ebenfalls ohne jegliche Kenntnis und gärtnerisches Talent. Mittlerweile habe ich es aber tastächlich geschafft einen ansehnlichen Kräutergarten anzulegen, die beiden (schon vorhandenen) Glashäuser mit essbaren Gurken, Tomaten- und Paprikararitäten zu bestücken. Bohnen , Zucchini, Hokkaido, Erbsen, Zwiebeln, Lauch, Karotten… Es wird nicht alles so üppig, wie bei manchem Nachbarn – aber für unsere Familie reichts und es macht Spaß, abends mal schnell den Salat fürs Abendessen im Garten zu holen. Allerdings bin ich z.zt. noch „familienpolitisch“ beurlaubt – und hab auch mehr Zeit für den Garten, als wenn ich in die Schule müsste. Dir auf jeden Fall viel Spaß im grünen Paradies.
    Übrigens Maggikraut findest du auch unter dem Namen Liebstöckel und ist auch nahezu unkaputbar – haben meine Eltern nämlich auch schon ewig im Garten;-)
    Alles Liebe, Sylvia

    • Ich tendiere zu Topinambur 🙂 Ich habe mir heute auch schon mal ergoogelt wie man aus Liebstöckel leckeres Kräutersalz macht. …das wäre doch auch was zum Verschenken 😉 Glashäuser haben wir nicht, aber mein Mann hat schon einen Platz für das Hochbeet ausgesucht, das er unbedingt haben möchte!

  9. Herzlich willkommen im Kreis der Gartenfreundinnen. Aber: Nichts übertreiben! Ein Garten ist nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Genießen und Entspannen da!
    Aufgrund des Bildes tippe ich bei der gelben Pflanze auf Husarenköpfchen. Wenn man die unansehnlich gewordenen Blütenköpfe abschneidet blüht die Staude nochmals. Im Herbst oder, falls man es da nicht geschafft hat, was durchaus vorkommen soll, im Frühling in Bodennähe abschneiden. Bei mir treibt es seit 20 Jahren (damals bekam ich die Pflanze durch Teilung geschenkt) immer wieder aus.
    Topinambur hat sehr lange Stengel und schaut lange nach nichts aus. Erst spät öffnen sich Blüten, in meinem Garten tut sich da noch nichts. Geerntet werden die Knollen von November bis März.
    Viel Spaß beim Gärtnern und Umbauen wünscht
    Rena

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