vor 8…


… müssen meine Schüler ihre Hausaufgabe vorlegen,
ihren Arbeitsplatz vorbereiten und dann gab es bisher noch
ein Rechtschreibfrühstück zu erledigen.
Gerade in Klassen mit vielen Migraten und großen Schwierigkeiten
in der Schriftsprache war das bisher ein Ritual, das die Kinder sehr gerne
annahmen, da sie damit schon eine kleine Deutsch-Aufgabe zum Beginn
des Schultage problemlos bewältigt hatten.
Meine letzte Klasse wollte das bis zum Ende der Grundschulzeit haben
und ich bastelte fleißig kleine Mini-Hefte dafür, die von den Schülern
noch individuell verziert wurden. Die sahen zum Beispiel so aus:

Rechtschreibfrühstück (2)

Meine neuen Klasse hat dieses Ritual auch sehr gut angenommen,
aber ich frage immer ab, wenn ein Heftchen voll ist, ob es nun ein neuesRechtschreibfrühstück geben soll oder lieber etwas anderes.

Diese Klasse wünschte sich nun eine neue „Vor 8-Aufgabe“
und da ich pünktlich zu den Ferien (wie sich das für die brave Lehrerin gehört)
total erkältet und ans Haus gefesselt bin
(und mich vor dem Korrigieren der Aufsätze drücken will),
gibt es nun ein Heftlein für
die Aufgaben vor 8, die sich mit Lernwörtern beschäftigen werden.
Zuerst werde ich das tolle Material von Valessa einsetzen.
Und wo ich gerade dabei war, habe ich auch gleich noch das
Branschutzheftchen zusammengetackert….
Hefte (1) Hefte (2)

Jetzt kann ich mir einreden, dass ich totaaaaal produktiv war
und das schlechte Gewissen wegen der Aufsätze auf Montag vertagen 😉

Advertisements

5 Gedanken zu “vor 8…

  1. Hallo!
    Schöne Idee mit dem Heft für Aufgaben vor 8 Uhr 🙂
    Was genau verbirgt sich denn hinter dem Rechtschreibfrühstück? Ich habe es wohl schon einmal gehört, kann mir aber nichts Genaues darunter vorstellen. Wie ziehst du es auf? Gewährst du uns einen kleinen Einblick?

    Liebe Grüße,
    Frau Küken

    • Ich bin auf das Tagestransparenzsymbol im zaubereinmaleins gestoßen und habe im Forum dann nachgelesen, was andere so darunter verstehen.
      Für mich habe ich es dann so interpretiert, dass die Kinder am Montag an der Tafel zwischen 5 und 7 Wörter (je nach Klasse) vorfinden.
      Sie schreiben diese Wörter jeden Morgen richtig einmal in das Rechtschreibfrühstückheft. Ich korrigiere das auch wirklich jeden Tag, denn meine
      Schüler machen beim Abschreiben viele Fehler und gerade wenn sie sich vielleicht ab Dienstag mehr an ihrem als an meinem Geschriebenen
      zum Weiterschreiben orientieren, muss das richtig sein.
      Wer eine Woche fehlerfrei schreibt, erhält einen kleinen Stempel auf die Seite, wer auch noch schön schreibt, einen kleinen Lobaufkleber.
      In meinen Schulklassen war das bisher immer sehr motivierend. Ich glaube, dass es unter anderem davon begünstigt wird, dass ich so ein großer
      Stempel- und Stickerfan bin und den Kindern dann immer von meiner neusten Errungenschaft vorschwärme.
      Freunde bringen mir dann auch immer mal Stempel/Aufkleber aus dem Urlaub mit und es ist dann für die Kinder umso beeindruckender, wenn es diesen oder
      jenen Stempel/Sticker in Deutschland nicht einmal zu kaufen gibt 😉
      Die Wörter haben übrigens immer etwas mit der beginnenden Woche zu tun.
      Letzte Woche fanden sich da zum Beispiel das Wort „zähmen“, da wir den Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ (passend zu unserem neuen Mitbewohner)
      am letzten Schultag im Rahmen einer Abschiedsfeier angeschaut haben. Außerdem schrieben die Kinder „Polizei“, da uns am Donnerstag der Verkehrs-
      polizist besuchte, der nächstes Jahr mit ihnen die Radfahrausbildung macht und das Wort „Toast“, das in der Vorgangsbeschreibungs-Probe wichtig war.
      Es sind also durchaus nicht nur Wörter aus dem Grundwortschatz, aber eben aufgrund dessen, was bei uns in dieser Woche passieren wird, bedeutsam.
      Ich erkläre natürlich montags die Begriffe, die unbekannt sind (bzw. können das oft Kinder erklären), aber ich verrate zu Anfang nie, dass es Wörter sind,
      die in dieser Woche wichtig sind, denn es dauert nicht lange und dann finden die Schüler das selbst heraus und das ist immer ein ganz großer Moment…
      „Ich glaube, dass wir vielleicht heute in HSU mit dem Thema Feuer anfangen, weil du hast Feuer ins Rechtschreibfrühstück geschrieben und da stehen
      irgendwie immer Wörter, die dann wichtig sind“….das ist dann einfach nur toll! Bester Job der Welt.
      Achja und wenn die Kids ganz fit sind, dann lässt sich das Rechtschreibfrühstück natürlich dahingehend ausdehnen, dass Sätze geschrieben werden oder dass das
      Wortmaterial von den Kindern selbst kommt (wie ein kleiner Dienst, der jede Woche von zwei anderen Schülern erledigt wird) oder auch dass man diese nur noch diktiert.
      Diese einfachste, oben beschriebene Variante klingt vermeintlich sehr banal, aber bei mir in der Klasse gibt es meist keine deutschen Schüler, alle tun sich ungemein
      schwer beim Abschreiben und haben einen sehr begrenzten Wortschatz.
      Diese winzige Übung vor 8 ist ein erstes Erfolgserlebnis, eine Aufgabe, die sie problemlos und selbstständig lösen können
      und das ist in meinen Klassen sehr wichtig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s