Haus No. 103


Oh, ich erinnere mich an dieses „Objekt“ genau,
da ich schon vorher dachte,
es sei uns sicher etwas zu abgelegen.
Mein Lieblingsmensch jedoch bestand darauf,
es sei näher, als ich vermutete
und scheuchte mich Samstag morgens zu einer gar
unmenschlichen Uhrzeit aus dem Bett.
Wir fuhren durch die gesamte Stadt,
ein Stückchen über die Autobahn, eine kleine Weile
über die Bundesstraße und
als wir dann auf die kleinere Überlandstraße abbogen,
murmelte mein Mann leise etwas, was so klang wie
„hätt ich nicht gedacht, ist doch a weng weiter draußen…
na dann isses wenigstens ruhig“.
Ich war zu müde, um ein „ich habs dir ja…“
usw. rauszuquetschen und ergab mich meinem Haussuchschicksal.
In dem winzigen Dorf, von dem ich noch nie gehört hatte,
(nicht direkt am A**** der Welt, aber man kann ihn von dort schon recht gut sehen)
lag das Häuschen direkt neben dem einzigen Supermarkt der Region.
Samstag Früh….ihr könnt es euch vorstellen….wollen wir es mal so formulieren:
man fühlt sich schon mal nicht einsam.
Während mein Mann das „total gut isolierte“ Dach inspizierte
(dezentes Kopfschütteln und Augenrollen vom Fachmann widerlegte dies nonverbal),
erkundigte ich mich, wie oft denn auf den Gleisen
gleich hinter dem winzigen Garten Züge vorbei kämen
und der Makler enttäuschte meine Erwartungen selbstverständlich nicht:
„Achja genau, das wollte ich ja noch sagen. Das ist die Direktverbindung
nach AmArschderWelt Ganzweitweg, da fahren die Züge stündlich.
Das ist doch eine tolle Anbindung dann für Sie, oder? Sehr praktisch das!“

Äh ja genau…wir melden uns dann bei Ihnen.

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