Noch…


Lehrerin in Bayern…das heißt noch fünf Schulwochen bis zu den Sommerferien.
Das bedeutet außerdem: noch Jahreszeugnisse schreiben (ich kopiere aber viel aus dem Übertrittszeugnis, das ja erst im Mai ausgegeben wurde, schließlich tut sich in der kurzen Zeit nicht mehr soooo viel), noch ein Schulfest absolvieren (meine Kids wollen vortanzen, was bei der Konferenz dann so klang „Die Frau Streng tanzt dann mit ihrer Klasse noch was vor“ und ich kann natürlich wieder mal die Klappe nicht halten und korrigiere frech den Chef: „Also nein, die KLASSE von der Frau Streng tanzt was vor, die Frau Streng wird den CD-Spieler bedienen“) , noch eine Abschlussfahrt, noch ein Abschlusstreffen mit allen Eltern und Kindern (eine Idee der unheimlich netten und manchmal etwas überengagierten Elternsprecherin… „Ich organisiere alles und Sie müssen mir nur sagen, wann Sie Zeit haben, dann richten wir uns nach Ihnen“  *wow*) noch fünf Wochen Unterricht NACH dem Übertritt in meinem Sauna-Süd-Zimmer. Die Kinder sind natürlich extremst motiviert! Besonders die, die den Übertritt anvisiert, aber nicht geschafft haben.

Das heißt aber auch: sich verabschieden. Von meinen großen Kids, die jetzt so toll arbeiten, die so selbstständig geworden sind, die endlich meinen Sarkasmus verstehen („Soll ich das alles abschreiben?“ „Aber nein, keinesfalls, such‘ dir doch die Wörter aus, die dir am besten gefallen und die schreibst du ab“ „Achso, ok, also alles“ ) , die Konflikte selbst klären können, die nicht mehr fragen müssen, was sie mit welchem Stift unterstreichen müssen…
Einstellen auf neue kleine Zweitklässler. Auf die ich mich ein bissl freue, aber ich bin auch angespannt. Ein paar kennt man schon vom Schulhof (kein gutes Zeichen!), manche sogar namentlich!

Und etwas holprig fühlt sich das an, weil ich ja sehr darum gebeten hatte, mobil sein zu dürfen im nächsten Schuljahr. Ich kenne nur Brennpunkt. Ich würde einfach gerne mal sehen, wie es an anderen Stadtschulen (zum Beispiel im Speckgürtel der Stadt) so abläuft. Wie ist das, wenn die Kinder Pausenbrote und Hausaufgaben haben. Wie viel Unterricht schafft man, wenn sie deutsch sprechen und man nach der Pause nicht erst drei Prügeleien aufarbeiten muss?
Aber es hat diesmal nicht geklappt. Noch zwei Jahre also, dann ein neuer Versuch…

Auch meine Parallelkollegen werden wieder sehr durcheinander gewürfelt. Eine geht in die 1.Klasse, eine übernimmt eine vierte, dann tut sich natürlich in den dritten Klassen auch wieder viel.
Wie jedes Jahr also, alles wieder auf Null und neu starten…

Das macht es spannend, aber hin und wieder wäre ein wenig Kontinuität auch nicht schlimm.

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2 Gedanken zu “Noch…

  1. Hat alles seine Vor – und Nachteile würde ich sagen – mobile Lehrerin heißt dann an verschienden Tagen in verschiedenen Schulen unterwegs zu sein, oder? Das wäre dann ja auch nicht mehr kontinuierlich 😉

    • Als Mobile wäre eh alles anders. Bei uns muss das jeder Lehrer ein paar Mal (immer ein Schuljahr lang) in seiner Lehrerlaufbahn machen. Man hat die eigene Schule als Stammschule (dort ist man, wenn man keinen Einsatz hat und differenziert, vertritt Kollegen oder so) und dann springt in seinem Schulamtsbezirk immer da ein, wo einen das Schulamt hin schickt (als Krankheitsvertretung). Man lernt dabei also meist sehr viele Schulen, Kollegen, Jahrgangsstufen und Konzepte kennen, kann natürlich aber auch einen Ganzjahreseinsatz bekommen und ist dann ein ganzes Schuljahr an einer anderen Schule und Jahrgangsstufe eingesetzt. Ich hätte mir deshalb ein mobiles Jahr gewünscht, damit ich einfach ganz viel anderes mal sehe.
      Am besten alle zwei Wochen eine neue Schule, einfach mal rumkommen in der Stadt. Das ist dann zwar auch stressig, aber es fallen (meist) Aufgaben wie Zeugnisse, Elternabende etc. weg (außer natürlich bei besagtem Ganzjahreseinsatz).
      Da das nun nicht klappt, wäre es eben schön gewesen, da ich nun an meiner Schule bleibe, wenn es dann dort etwas konstanter zugehen würde ;o)
      Und man eben schon wüsste, wer genau mit einem parallel arbeiten wird usw.
      Aber ich jammere auf hohem Niveau, denn schließlich mag ich meine Kollegen und Schule und kann
      die großstädtische Schulwelt auch in zwei Jahren noch erkunden! 😉

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