An meinen Lehrer


(Ringelnatz)

Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.

Doch hast du alter Meister, nicht vergebens
an meinem Bau geformt und dich gemüht.
Du hast die besten Werte meines Lebens
mit heißen Worten mir ins Herz geglüht.

Verzeih, wenn ich das Alte nicht bereue.
Ich will mich heut wie einst vor dir nicht bücken.
Doch möcht ich dir für deine Lehrertreue
nur einmal dankbar, stumm die Hände drücken.

Ich verehre Ringelnatz sehr. Es hat mich beeindruckt, dass er ein Gedicht für seinen Lehrer schreibt.
Dass dieser sich ihm so positiv eingeprägt hat und er sich dennoch von den damals harten Erziehungsmethoden
oder auch nur von der Autorität distanziert.
Dieses Beeindrucktsein hat sich etwas relativiert als ich gesehen habe, dass er auch ein Gedicht verfasst hat,
das „An meinen Kaktus“ heißt! 🙂

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2 Gedanken zu “An meinen Lehrer

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