Shake it!


Es ist soweit! Ich bin alt! Also naja, nicht wirklich alt. Aber für meine Schüler könnte ich statt meiner dreißig auch fünfzig Lenzen zählen, weil ich einfach nicht up to date bin.
Das neue HSU-Thema hat mich entlarvt: Trends und Statussymbole.
Die Kinder erarbeiteten mit dem Partner eine kleine Liste, was gerade total IN und total OUT ist.
Zu Beginn kann ich punkten, da ich weiß, was ein Irokesenschnitt und ein Undercut sind. Ich kann sogar den Sidecut erklären.
Dass ich nicht alle Markennamen der derzeit angesagten Ghettojeans kenne, wird mir (mit einem mitleidigen Blick auf meine Jeans) noch gnädig verziehen.
Als ich jedoch bei dem Wort „Gronkh“ (ich sehe vor meine inneren Auge sofort Plastikschlappen in Neonfarben und liege natürlich voll daneben) frage: „Was ist das denn?“
kann ich meine Unsicherheit nicht mehr verbergen und meine Schüler saugen entsetzt Luft an.
Schnell finde ich heraus, dass die richtige Frage –wenn überhaupt- „WER ist das denn?“ hätte lauten müssen.
Beim nächsten Punkt auf der IN-Liste, wird schon ohne nachzufragen vorausgesetzt, dass ich sicherlich auch wieder nicht weiß, was das ist. Vielleicht hat mich der grüblerische Gesichtsausdruck verraten? Harlem Shake…hmm…mal nachdenken…irgendwas mit Schütteln. Ich denke sofort an meine hippe Zumbatrainerin, die gerne mal „Shake your shoulders“ schreit und kann nur hoffe, dass ich auf der falschen Fährte bin.
Selbstverständlich google ich abends eine kleine Liste an mir absolut unbekannten absolut hippen Menschen?Sachen?Schuhen?…und finde heraus, dass meine Schülerin Kübra den Harlem Shake nur allzu treffend beschrieben hat: „Also da ist immer so einer. Der macht sowas wie tanzen…“
Da stimme ich zu. TANZEN kann man das echt nicht nennen! Abspacken nennt man das doch heute, oder?
„Und die anderen Menschen, die sind da auch, aber die ignorieren den voll. Aber später machen alle sowas wie tanzen.“
Jupp! Besser könnte ich das, was ich da auf Youtube sehe auch nicht beschreiben.
Sinn und Unsinn erschließt sich mir leider auch beim dritten „Best of Harlem Shake“-Video nicht wirklich. Es erinnert irgendwie an einen musikalischen Flashmob, wobei es dabei aber überraschte Passanten gibt und eine Chorographie.
Um meine Ehre zu retten, frage ich in meiner Klasse nach, ob sie Flashmobs kennen.
Schüler, die in meinem Chor singen, kennen sie natürlich (das war eine herrliche Nachmittagsstunde, letztes Schuljahr haben wir sogar einen eigenen kleinen Flashmob inszeniert, da die Kinder so inspiriert waren!), der Rest schaut diesmal mich fragend an.
Als ihnen die Chorkids versichern, dass das „echt krass“ und „voll cool“ ist, fühle ich mich schon nicht mehr soooo out und alt.

Hier nun eine kleine Linksammlung zu den fünf Flashmobs, die ich gerne in der Schule zeige:
(Wenn ihr noch ähnliche oder bessere kennt, würde ich mich über Linktipps sehr freuen!)

Antwerpen Hauptbahnhof:

Lincoln:

Werbespot:

Eurovision Song Contest-Flashmob:

Das Lernvideo dazu:

Black Eyed Peas-Flashmob:

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4 Gedanken zu “Shake it!

  1. Dass es noch niemandem aufgefallen ist dass die letzten zwei URLs identisch sind…

    Den ersten finde ich fantastisch!

    • Herzlichen Dank für den Hinweis!
      Habe das natürlich gleich mal berichtigt und
      nun sieht man auch nicht mehr den Link, sondern direkt das Video *freu*
      Ein herrliches Wochenende wünsche ich allen!

  2. Liebe Frau Streng, ich habe deinen Blog gefunden und lese mich grade durch das Archiv. Hier ist mein Lieblingsflashmob, etwas sesonal, aber bald passts wieder 😉

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