von Katzen erzogen


Als ich gerade meine Vorstellung hier verfasste (gar nicht so einfach), fiel mir wieder ein, warum mein Schreibtisch meist doch recht aufgeräumt ist.
Meine Kolleginnenfreundinnen finden das immer etwas seltsam und hegten (bevor sie die Hintergründe erfuhren) wohl auch manches Mal schon den Verdacht,ich habe anlässlich ihres Besuches extra das Arbeitszimmer aufgeräumt, um einen guten Eindruck zu erwecken.
Wer mich etwas besser kennt, weiß dann schnell, dass ich dazu nun so gar nicht der Typ bin 🙂
Ursächlich ist die Erziehung, die meine beiden Katzendamen mir angedeihen lassen.
Minisupercat zeigt Unzufriedenheit (leider schon immer), indem sie auf MEINE Sachen pinkelt. Ja, wirklich nur auf MEINE Sachen.
Ich will das hier gar nicht zu sehr ausführen (davon könnte ich ja stundenlang erzählen), aber bis wir herausfanden, was genau mit Minisupercat los war,
waren ein neues Sofa, zwei neue Matratzen, eine neue Schultasche, ein neuer Lehrerplaner und viele weitere Dinge nötig. Während meines Studium traf es auch einmal
die Unitasche mit dem entliehenen Ordner einer Freundin….ich trocknete die gelblich-nassen Blätter (*bäh*), kopierte sie einzeln im nächsten Copyshop, kaufte einen neuen Ordner
und Pralinen. Diesen Ersatz überreichte ich der etwas verwirrten Kommilitonin mit einer innigen Entschuldigung und murmelte dabei etwas von „Apfelsaftunfall“ und „muss leider gleich wieder weg“…
Schnell lernte ich, dass der Schreibtisch wohl auch nach mir riecht und bepieselt wird, wenn ich gerade mal wieder nicht genug Streichelzeit für sie gehabt hatte.
Also finden sich dort schon einmal keine Papiere, Schülerarbeiten, Hefte oder ähnliches (das verteile ich nun auf Regalen und in Schränken :)), doch lange Zeit
lagen im Drucker oftmals viele ausgedruckte Arbeitsblätter, Malvorlagen, Stundenplanungen etc., die natürlich dann meist auch tagelang darauf warteten eingeordnet zu werden.
Bis ich eines Nachmittags (es war Spätsommer) feststellte, dass zwei Blätter, die ich unvorsichtigerweise auf dem Schreibtisch hatte liegen lassen, ganz verschwommen aussahen
und auch leicht gewellt waren. Das Papier war trocken, doch ganz offensichtlich war es feucht geworden. Das Fenster direkt neben dem Schreibtisch war gekippt….hatte es gestern Abend oder heute im Laufe des Tages geregnet? Ich konnte mich nicht entsinnen, doch das war ja wohl die einzig logische Erklärung. Ich entsorgte die Blätter und vergaß den Vorfall schnell wieder.
Ein paar Wochen später jedoch fand ich ganz ähnliches Papier in der Ablage des Druckers vor. Ich hatte einen langen Druckauftrag abgesendet, das Arbeitszimmer verlassen
und mich dem Haushalt gewidmet. Abends stelle ich fest, dass das Druckergebnis beim letzten (zu oberst liegenden) Papier sehr zu wünschen übrig ließ. Ich zeigte dies
Herrn Streng mit dem Hinweis, dass dieser Drucker doch noch recht neu sei und es auch seltsam anmute, dass nur das letzte Blatt so seltsam aussehe.
Wenige Tage später ergab sich des Rätsels Lösung….Besser gesagt: ich ertappte es auf frischer Tat.
Wie so oft (samstags) sende ich nach getaner Wochenplanung alle Druckaufträge ab und begebe mich aus dem Arbeitszimmer, während dort fleißig gedruckt wird.
Als ich zurückkehre, sitzt da (über den Druckauswurf gebeugt) Supercat und leckt hingebungsvoll die frische Druckerfarbe vom obersten Blatt….
Ich, irritiert und leicht perplex, frage meine Katze „Was machst du denn da?“ und sie guckt mich mit einem Blick an, der sagt „Druckerfarbe ablecken, nach was sieht’s denn aus?“

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