Endspurt…

…heißt: noch zwei Wochen = noch 10 Schultage.
Die Zeugnisse sind geschrieben, korrigiert, unterschrieben, gesiegelt und kopiert. Schulfest und Sportfest sind geschafft, auch der letzte Auftritt der Instrumental-AG hat super geklappt. Wir haben noch ein Kinder-Musical und ein Theaterstück besucht und uns so die heißen Wochen etwas versüßt. Ich habe nebenbei nun immer abends Foto-CDs zur Erinnerung an dieses Schuljahr gebrannt (für jedes Kind individuell), die es als Geschenk am letzten Schultag geben wird.
Und nun noch? Nun bringen wir es noch gut zu Ende. Lassen das Schuljahr noch einmal Revue passieren, freuen uns auf das, was kommt und besonders auf die Ferien. Ich auch!

Das Tor

Spoileralarm!

DAS hat es also mit Hodor auf sich. Wie traurig, wie fesselnd…ich hab es mal wieder nicht kommen sehen. Jetzt lese ich noch ein paar Zeugnisse Korrektur und dann gönne ich mir die nächste Folge🙂

Der Telegraph fasst es gut zusammen:

In the latest instalment of Inside the Episode, showrunners DB Weiss and David Benioff discussed how Hodor’s story came directly from Martin.

„We had this meeting with George Martin where we were trying to get as much information as possible out of him,” said Benioff, “and probably the most shocking revelation he had for us was when he told us the origin of Hodor, or how that name came about. I just remember Dan and I looking at each other when he said that and just being like, ‘Holy s–t.’“

 

noch sieben…noch sechs…noch

Ja, doch, wirklich, in Bayern sind es nach diesem Wochenende noch sechs Wochen bis zu den Sommerferien.
Das kommt mir zu lange vor. Besonders in Zeiten der EM, in denen ich bei den Jungs zwar mit tollem Material punkten kann (dank der hochaktuellen Linksammlung bei EndlichPause! Vielen Dank! Und natürlich habe ich auch zur letztem WM fleißig Freiarbeitsmaterial gebastelt, das nun wieder zum Einsatz kommt), doch auch dies kann nicht über die Müdigkeit (besonders nach den Spielen von Deutschland oder Türkei) des größten Teils der Klasse hinwegtäuschen.
Ja, es ist eine IchDurfteDasGanzeSpielSchauenAberSieHabenKeinTorGeschossen-Müdigkeit, aber es ist auch eine Schuljahresendmüdigkeit, die ich diagnostizieren kann.
Meine Klasse hat sich toll entwickelt und arbeitet schon fast immer nahezu so, wie ich es mir vorstelle. Da steckt viel Arbeit drin, aber es hat sicher auch damit zu tun, dass ich ihnen von Anfang an einiges zugetraut habe. Und meine Klasse hatte alle Hände voll zu tun in diesem Schuljahr: Kinder verließen die Klasse (Probezeit nicht bestanden), Kinder kamen neu hinzu (Zuzüge, Kinder aus der Übergangsklasse, freiwilliges Wiederholen), Praktikanten hielten Stunden (vieeele Pratikanten) und sahen zu, die Lehramtsanwärterin hielt vor der Seminarleitung einige Stunden (da schaut ja dann nur eine fremde Person zu), aber die Klasse hatte dieses Jahr auch dreimal Besuch von Seminaren (zum Teil von zwei auf einmal, sodass 25 SchülerInnen von 21 jungen Lehrerinnen und zwei Seminarleitungen beäugt wurden, man kann sich sicherlich auch vorstellen, wie eng es war) und sie hatte Besuch vom neuen Schulleiter. Es war viel geboten und jedes Kind hat es als Ehre empfunden, dass wir als Klasse so toll arbeiten, dass man extra uns besuchen kommt😉. Hochgerechnet war spätestens alle sechs Wochen hoher Besuch vor Ort, was in einem Schuljahr auch oft bedeutet zwei Wochen vor und zwei Wochen nach den Ferien. Aber nun ist die Luft langsam raus. Und ich verstehe das nur zu gut, denn auch mir geht langsam die Puste aus.
Drei Arbeitskreise durften sich dieses Jahr über meine rege Beteiligung freuen, ich habe gut 20 Fortbildungen besucht und selbst eine gehalten. Die nächste Fortbildung im neuen Schuljahr steht schon, der nächste Unterrichtsbesuch (wieder zweier Seminare) ebenso.
Und nun belohne ich mich und meine Schüler.
Mich, indem ich gerade sehr lustbetont unterrichte, soll heißen: worauf habe ich Lust? Worauf haben die Kinder Lust? Das wird gemacht. Und die Kinder, indem ich sie derzeit viel mitentscheiden lasse: Minimusical oder musikalischer Krimi…was darf es als letztes Musikthema sein? Brauchen wir echt eine Matheprobe zum Minus? Wollt ihr die?
Vamperl Teil 3 noch gewünscht oder wollen wir mal wieder ein ganz anderes Vorlesebuch?
Und ich ignoriere, dass wir evtl ein HSU-Thema nicht schaffen, weil das Brückenthema gerade so viel Spaß macht und ausgekostet werden will.
Ich bin ja nächstes Jahr die Lehrerin dieser Klasse und bade das dann einfach selbst aus🙂
Die letzten Wochen also…da wollen wir nicht faul werden, aber ein bisschen Belohnung sollen wir schon haben…
Auf in den Endspurt!

 

Von Nashörnern und Blumen

Frau Streng hat Vorkurs. Kleine Fünf- und Sechsjährige erlernen dort spielerisch wichtigen Wortschatz für die erste Klasse.
Stempel spielen hier eine wichtige Rolle. Einen Stempel bekommt man, wenn man sich toll angestrengt hat bei einer Aufgabe.
Frau Streng hat viele Stempel (, denn sie liebt sie auch) und so kommt bisher jedes Mal ein anderer Stempel zum Einsatz (*nein, wir rechnen jetzt nicht nach!*).
Schon bevor die kleinen Baldschulkinder sich an die Bearbeitung der Aufgabe machen, wird stets gefragt: „Du Frau Streng, bekomme ich einen Stempel, wenn ich es gut mache?“
Frau Streng: „Aber natürlich.“
„Und welchen Stempel denn?“
Frau Streng: „Heute habe ich ein Nashorn ausgesucht, weil wir ja zu Tieren arbeiten.“
„Aber auf dem Blatt sind auch Pflanzen!“
Frau Streng: „Das stimmt natürlich. Ich habe auch einen Blumenstempel. Hättet ihr den lieber?“
Es wird eifrig diskutiert, man ist sich uneinig und kommt zu dem Ergebnis, dass heute beide Stempel zur Verfügung gestellt werden müssen.
Also wird jeder, der das fertiggestellte Blatt vorzeigt, nach seiner Präferenz gefragt. So entspann sich folgender Dialog:
„Toll, Mustafa! Du hast super herausgefunden, welches Tiere und was Pflanzen sind und alle richtig aufgeklebt. Welchen Stempel möchtest du denn nun haben: den Blumenstempel oder das Nashorn?“
„Ich möchte den Frosch.“

Ich bin verliebt

…in ein Bilderbuch.
Ich gebe es zu: ich besitze schon Unmengen ein paar! Zu den unterschiedlichsten Themen. Ich setze sie gerne ein, um in ein bestimmtes Thema einzusteigen oder um einen fächerübergreifenden Bezug besser herstellen zu können.
Und ich habe mich mal wieder verliebt.
Doch: es wird nicht mehr aufgelegt!
Natürlich ist es gebraucht und gut erhalten zu bekommen.
Für über 50 Euronen. *seufz*
Das kann selbst mein leidenschaftliches GrundschullehrerinliebtBilderbücher-Herz nicht schön reden.
Und ja: ich habe heute Nacht davon geträumt *nochmal seufz* Aber 50 Euro….nein! Nein, Frau Streng, nein! Pfui! Echt nicht…ich bin mir ganz sicher…also sehr sicher…also…vielleicht zum Geburtstag oder so.

Falls auch ihr auf der Suche nach dem besonderen Bilderbuch seid, gibt es hier noch ein paar Linktipps, die einem in 99% der Fälle gut weiterhelfen, wenn ebay oder Amazon versagen oder einem unsympathisch sind:
Das zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher
Booklooker
Medimops
Tauschticket

Sobald die Sonne hervorspitzt…

…geht die Haus- und damit auch Gartenbesitzerin…nein…nicht in den Garten *pffff*
Wäre ja noch schöner! Da müsste ich ja arbeiten *bäh*
Nein: sie geht ins Garten-Center und guckt, was es für den Garten alles Schönes geben könnte. Herr Streng beschäftigt sich dort mit Insektenhotels und Heckenalternativen zur hässlichen, jedoch reichlich vorhandenen Thuja
während Frau Streng sich bei Deko und Gartenmöbeln umtut.Wirklich eingekauft haben wir nicht, aber das Gucken und sich das für DEN EIGENEN GARTEN vorstellen…achja, das ist schön. Langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass das jetzt unser Eigenheim und unser Eigengarten ist. An den Gedanken, dass ich da auch die Gartenarbeit machen müsste…also an den kann ich mich noch nicht gewöhnen…das dauert vielleicht noch ein paar Jährchen.

unliebsamer Besuch

Keiner hat sie eingeladen, aber das ist Vera egal.
Sie macht sie einfach mal an drei Unterrichtstagen breit bei mir und prüft bei meinen Schülern Dinge ab, die ich SO nie von ihnen verlangen würde. Sie zwang meine Klasse, die aus 90% Migranten besteht, gestern zu zwei Lesetexten (1 A4 Seite und mehr Text) Fragen zu beantworten und gab ihnen jeweils nur 20 Minuten Zeit.
Heute wollte sie, dass die Kinder sich drei verschiedene Texte anhören. Nach jedem Hörtext mussten Fragen beantwortet werden. Maximale Arbeitszeit jeweils 15 Minuten, 5 davon gingen für den Hörtext drauf. Aber Vera bestand darauf, dass das Hören schon zur Arbeitszeit gerechnet wird und dass man den Text nur einmal (!!!!) anhören darf und dann alle Fragen lösen können muss.Natürlich möchte Vera, dass ich alles korrigiere und anonymisiert an sie weitergebe. Die faule Nuss denkt sich den Mist aus, aber korrigieren darf ihn dann wieder mal die Klassenlehrerin. Netterweise durfte ich ihr mitteilen, ob da Kinder getestet werden, bei denen Notenaussetzung vorliegt (bei mir 2),
wie viele Legastheniker ich habe, hat sie jedoch nicht interessiert…ich habe es ihr trotzdem gesagt.
Nun bin ich froh, dass sie endlich weg ist…doch der Friede währt nicht lange:
Nächste Woche testet Vera meine Klasse in Mathe. Vermutlich lässt sie Daten und Wahrscheinlichkeiten errechnen, da sie (ganz im Gegensatz zu mir) profane mathematische Operationen wie z.B. die schriftliche Addition (erfahrungsgemäß) nicht so wichtig findet. Dass ich noch keine Zeit hatte mit Kombinatorik zu experimentieren, weil bei mir immer noch nicht jeder das Einmaleins, den Zahlenraum usw. erfasst hat, wird Vera mal wieder gar nicht interessieren, aber sagen werde ich es ihr trotzdem.
Jetzt kenne ich die Vera ja schon ein paar Jährchen, aber ich muss leider ehrlich sagen:
sympathisch ist sie mir immer noch nicht.

Erholung will geplant sein!

Ich gestehe es, ich bin so eine von diesen To-do-Listen-Schreiberinnen. Und ja, ich bin auch so eine, die diese dann erweitert, wenn mir noch zusätzliche Aufgaben einfallen.
Aber nein, ich ergänze keine schon erledigte Aufgabe und streiche sie dann sofort wieder durch (aber ich verstehe den Impuls).
Diesmal habe ich alles, was in den Ferien für die Arbeit gemacht werden muss, auf einen Haufen gepackt und oben drauf eine Liste.
Auf der Liste steht:
– Matheprobe korrigieren
– Material für HSU-Experimente raussuchen
– Elterngespräche planen
– Elternabend vorbereiten
– Praktikumsberichte korrigieren
– neues Freiarbeitsmaterial basteln
– Lehrvorführung für das Seminar planen
– Email an Parallelkollegin wg. Planung der Lektüre
– Schülerbeobachtungen einpflegen

Bei mir bewirken solche Listen oftmals, dass ich sie am liebsten SOFORT abarbeiten will, damit ich DANACH die Ferien „genießen“ kann.
Ich habe festgestellt, dass mich das in den ersten Tagen der Ferien massiv stresst und mir vorgenommen: da muss frau auch mal weg von…erst ganz viel arbeiten und dann endlich ein bisschen ausruhen…das ist nicht optimal.

Folgende Maßnahmen habe ich deshalb ergriffen / Regeln aufgestellt:
– ich habe mir an jedem Tag etwas Schönes eingeplant (Brunch, Käffchen, Stadtbummel, Kino) mit anderen, lieben Menschen
– ich habe mir Schönes nur für mich allein eingeplant (Termin bei der Kosmetik, Termin beim Friseur, Ostermarkt, neue Bücher)
– ich darf arbeiten, aber nur ein bestimmte Zeitdauer lang (zum Beispiel morgens bis ich zum Brunch düse oder abends nochmal bis der Krimi um 20.15 Uhr beginnt)
– Freiarbeitsmaterial wird nur in Kombination mit Serie/Film/Hörbuch erstellt
– am Sonntag wird nicht gearbeitet
– an einem Tag dürfen maximal zwei Punkte auf der Liste abgearbeitet werden

 

Und so ist der Zwischenstand nach (nicht ganz) einer Woche Ferien:
– noch drei Punkte zu erledigen, 6 schon geschafft
– ich war brunchen, Kaffee trinken, bummeln, auf dem Ostermarkt, bei der Kosmetik und habe das Haus mal wieder grundgereinigt
– ich habe vier Freundinnen gedatet und war beim Sport
– ich habe Kinokarten reserviert fürs Wochenende mit dem Lieblingsmenschen
– ich habe ein Hörbuch gehört, zwei lustige Filme gesehen und ein Buch verschlungen
– ich habe gaaanz viel mit Minisupercat gekuschelt, die es auch prima findet, dass ich weniger arbeite und mehr kuschele

Obwohl ich jeden Tag gearbeitet habe, waren es immer nur ein paar Stunden und ich fühle mich jetzt schon erholter.
Ob ich das in den Pfingstferien trotz Zeugnissen auch so hinbekomme, werden wir sehen.
Der Wille ist da, ein Anfang ist gemacht🙂